Boom & Bust: Ab in den Bankrott!

kolumneBoom & Bust: Ab in den Bankrott!

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WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer

Kolumne von Malte Fischer

Nur ein Staatsbankrott und ein Austritt aus der Währungsunion können Griechenland und den Euro noch retten. Das ist durchaus machbar – auch ohne eine neue Bankenkrise.

Die Aufregung an den Börsen war groß, als die europäischen Statistiker am Donnerstag vergangener Woche die Zahlen für das Staatsdefizit Griechenlands für 2009 von 12,7 auf 13,6 Prozent nach oben revidierten und die Ratingagentur Moody’s die Bonitätsnote des Landes von A2 auf A3 herabstufte. Der Euro ging auf Talfahrt, die Zinsen für griechische Staatsanleihen schossen in die Höhe (siehe Grafik). Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, werden die Griechen in den nächsten Tagen die Kredithilfen von insgesamt 45 Milliarden Euro für dieses Jahr abrufen, die ihnen die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds angeboten haben.

Doch die Hoffnung, Griechenland könne damit in Ruhe seine Wirtschaft auf Vordermann bringen und in einigen Jahren seine Schulden wieder ganz normal bedienen, ist eine Illusion. Der dazu nötige brachiale Sparkurs würde das Land in die Depression treiben, der Aufbau einer wettbewerbsfähigen Exportindustrie würde durch permanente Streiks unterlaufen.

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Griechische Staatsanleihen

Griechische Staatsanleihen

Soll Griechenland kein Fass ohne Boden für die Steuerzahler aus den anderen Euro-Ländern werden, führt an einem kontrollierten Staatsbankrott in Verbindung mit einem Austritt des Landes aus der Währungsunion kein Weg vorbei. Dazu müsste die griechische Regierung die Bankkonten der Bürger ad hoc einfrieren und von Euro auf die neue eigene Währung umstellen, die dann kräftig abwertet. Der Schuldendienst für die auf Euro lautenden Altschulden würde für Griechenland unbezahlbar. Deshalb müsste sich das Land mit seinen Gläubigern – unter ihnen viele Banken aus anderen Euro-Ländern – auf eine Umschuldung einigen.

Die Banken wären gezwungen, ihre Griechen-Kredite abzuschreiben. Das Geschrei der Institute kann man sich schon jetzt vorstellen. Doch es ist unberechtigt. Denn den Banken steht der Gang zum Staat, in Deutschland zum Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin), offen, der ihnen mit Eigenkapitalspritzen unter die Arme greifen wird.

Für die Banken ist das keine angenehme Vorstellung, denn sie holen sich dadurch den Staat als Miteigentümer ins Haus. Aber das ist der Preis, den sie dafür zu zahlen haben, dass sie sich mit griechischen Staatsanleihen eine goldene Nase verdient haben

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