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Boom & Bust: Bremsklotz Europa

Kolumne von Bert Losse

Die Griechenland-Krise verdeckt die strukturellen Wachstumsprobleme der EU. Beim Aufschwung der Weltwirtschaft könnte Europa zurückbleiben.

WirtschaftsWoche-Redakteur Bert Losse
WirtschaftsWoche-Redakteur Bert Losse

Griechenland, immer Griechenland. Kaum ein Tag vergeht derzeit ohne neue Hiobsbotschaften über Haushaltslöcher, nervöse Finanzmärkte und steigende Risikoprämien. Bei der Debatte um ein Rettungspaket für die Griechen und die Reform des Stabilitätspakts rückt der Blick auf die Realwirtschaft zunehmend in den Hintergrund. Das ist ein Fehler.

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In den vergangenen Tagen kamen gleich mehrere Studien auf den Markt, die der EU, die so gerne wettbewerbsfähigste Wirtschaftsmacht der Welt wäre, ein schlechtes Zeugnis ausstellen.

Earlybird Bruttoinlandsprodukt
Earlybird Bruttoinlandsprodukt

Fakt ist: Nach der schlimmsten Krise der Nachkriegszeit wächst die Weltwirtschaft 2010 wieder kräftig – doch Europa trägt dazu kaum etwas bei. Nach einer Prognose des Institute of International Finance (IIF) legt die globale Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 3,3 Prozent zu.

Die Wachstumsimpulse kommen aber vor allem aus den USA (plus 3,6 Prozent) und Ostasien (Weltbankprognose: plus 8,7 Prozent). In Europa hingegen droht laut IIF ein Mickerwachstum von nur einem Prozent. Der Internationale Währungsfonds ist mit 0,8- Prozent noch pessimistischer. Und dies, obwohl der schwächelnde Euro eigentlich die Exporte ankurbeln müsste.

Versäumnisse in der EU

Jetzt rächt sich, dass es die EU seit Jahren versäumt hat, eine nachhaltige Wachstumsstrategie nicht nur aufzuschreiben, sondern auch umzusetzen. Die EU-Kommission sieht sich mittlerweile eher als Sozialbehörde denn als Anwalt der Wirtschaft. Viele EU-Staaten, gerade in Südeuropa, haben überfällige Strukturreformen verschleppt, ökonomische Schwergewichte wie Großbritannien und Frankreich finden nur ächzend und im Zeitlupentempo aus der Rezession heraus.

Und Deutschland? Auf den ersten Blick geht es deutlich nach oben. Der Earlybird-Frühindikator, den die Commerzbank exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelt, stieg im März auf ein neues Rekordhoch. Die Auftragseingänge der Industrie schossen im Januar um revidiert 5,1 Prozent nach oben und hielten das Niveau im Februar; der befürchtete „Rückpralleffekt“ blieb aus. Doch ist das nachhaltig? Wenn die Lagerhallen der Unternehmen voll sind, die öffentlichen Investitionen sinken und die Steuern und Abgaben steigen, könnte dem Aufschwung auch bei uns schnell die Puste ausgehen.

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6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.04.2010, 17:46 UhrAnonymer Benutzer: shadow dancer

    ja, in der Tat, vielleicht sollte sich die EU anstatt mit der Landwirtschaft mal mit Forschung oder bildung befassen !

  • 19.04.2010, 22:51 UhrAnonymer Benutzer: ..

    ..Kaffeesatzlesen..

    So jetzt aber Feierabend.

    Cassandra hat auch nix bewirkt. Die Zeit kann man sich schenken. So long. Arrivederci and bye bye.

  • 19.04.2010, 22:48 UhrAnonymer Benutzer: Observer

    Also Prognosen bis 2050 kommen ja noch hinter Kaffeelesen. Da würde ich

    1.) Nicht mal von ausgehen, dass es Gb oder D noch gibt.

    2.) Die Prognose weich kneten und zum Po abwischen nehmen.

    2050 zu prognostizieren, so vermessen bin nicht mal ich und das muss was heißen.

    Dass die EU aber mit Sicherheit abfällt, da braucht man aber auch nicht bis 2050 sondern maximal bis 2020 warten. Maximal.

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