Boom & Bust: China kämpft mit Pfeil und Bogen

kolumneBoom & Bust: China kämpft mit Pfeil und Bogen

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WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer

Kolumne von Malte Fischer

China kämpft mit höheren Zinsen gegen die Inflation. Eine Aufwertung des Yuan wäre wirkungsvoller.

Größer könnte der Unterschied nicht sein. Während sich die US-Notenbank darauf vorbereitet, noch mehr Dollar in das Bankensystem zu pumpen, treten Chinas Währungshüter auf die Bremse. Vergangene Woche hoben sie den Zinssatz für einjährige Kredite um 25 Basispunkte auf 5,56 Prozent und den Zins für Einlagen gleicher Laufzeit um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent an. Die Märkte hat das überrascht. Doch statt gegenüber dem Dollar aufzuwerten, ging der Yuan in die Knie. Grund: Die Investoren fürchten, der Zinsschritt könnte die Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt abwürgen.

Tatsächlich legte das reale Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 9,6 Prozent zu – im zweiten Quartal war es noch um 10,3 Prozent gestiegen.

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Leitzins der chinesischen Notenbank

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Die nachlassende Dynamik ist erwünscht. In den vergangenen Monaten hatte die Zentralbank mit mehreren Bremsmanövern einer konjunkturellen Überhitzung und Spekula-tionsblasen entgegengewirkt. In der Realwirtschaft sind bereits Bremsspuren zu erkennen. Dagegen klettern die Preise munter weiter. Im September beschleunigte sich die In-flationsrate auf 3,6 Prozent (August: 3,5 Prozent). Der Anstieg der Erzeugerpreise um 4,3 Prozent zeigt, dass der Aufwärtsdruck auf die Preise in der Pipeline ist.

Die Zinserhöhung war daher berechtigt und überfällig. Allerdings hat die Zentralbank noch einen schärferen Pfeil im Köcher: den Wechselkurs des Yuan. Anders als höhere Zinsen, die sich nur langsam über die Kreditvergabe und das Geldmengenwachstum auf die Verbraucherpreise auswirken, drückt ein höherer Wechselkurs die Import- und Verbraucherpreise sofort nach unten. Dies stärkt die reale Kaufkraft der Konsumenten und kurbelt den privaten Konsum an. Auf diese Weise wird der bremsende Effekt des höheren Wechselkurses auf die Exporte konjunkturell zum Teil neutralisiert und die Exportlastigkeit der Wirtschaft reduziert.

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