Boom & Bust: Drei Szenarien: Wohin steuert die Konjunktur?

kolumneBoom & Bust: Drei Szenarien: Wohin steuert die Konjunktur?

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WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer

Kolumne

Die Konjunktur berappelt sich, die Zinsen sind niedrig, und Inflation ist kein Thema. Für die Börsen kann das Umfeld kaum besser sein. Doch wie lange hält dieser „Sweetspot“ an?

Wird Ihnen auch langsam mulmig? Kaum ein Tag vergeht, an dem Dow, Dax, Nikkei und Co. nicht weiter nach oben klettern. Seit dem Tief vom März dieses Jahres kennen die wichtigsten Indizes rund um den Globus nur eine Richtung: nach oben. Vorbei die Tage, da Aktien billig waren. Im März, als der Dax bei 3666 Punkten lag, belief sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Schnitt auf 8, derzeit liegt es bei 20. Auch Gold, Silber, Öl und Unternehmensanleihen befinden sich im Höhenflug. Die Jubelstimmung an den Börsen ist eine Folge des extrem günstigen makroökonomischen Umfeldes.

Die Weltwirtschaft erholt sich, der Preisauftrieb ist gering, und die Zentralbanken sowie die Regierungen verspüren keine Eile, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Dieser „Sweetspot“ der Konjunktur, da sind sich Experten einig, wird jedoch nicht ewig dauern. Wie geht es danach weiter?

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Hier sind drei Szenarien, die derzeit an den Märkten heiß diskutiert werden. Bilden Sie sich Ihre Meinung – und stimmen Sie ab (siehe rechte Spalte), welches Szenario Ihnen am realistischsten erscheint!

Szenario 1: Double-Dip

Diesem pessimistischen Szenario zufolge ist das Kursfeuerwerk schon bald vorbei. Die Erholung der Konjunktur entpuppt sich als laues Lüftchen, als kurzes Atemholen der Weltwirtschaft, bevor sie wieder in die Rezession abtaucht. Wer an dieses Szenario glaubt, sollte auf fallende Aktienkurse und steigende Notierungen für Staatsanleihen setzen.

Die Frage ist nur: Was soll den befürchteten Double-Dip auslösen? Die Ungleichgewichte, die die Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren belasteten, haben sich im Zuge der Rezession zurückgebildet, manche sind sogar ganz verschwunden. So haben die Häuserpreise in den angelsächsischen Ländern ihre Talsohle durchschritten, und die Bauwirtschaft hat sich gesund- geschrumpft. Die Banken fahren ihre Bilanzsummen zurück, und die US-Konsumenten haben das Sparen wieder als Tugend entdeckt. Ein Blick auf frühere Zyklen zeigt, dass es nur dann zu einem Double-Dip kommt, wenn die Notenbanken abrupt vom Gas- auf das Bremspedal wechseln. Das war nach der ersten Erholungsphase im Anschluss an die Weltwirtschaftskrise Mitte der Dreißigerjahre ebenso der Fall wie nach der Rezession Anfang der Achtzigerjahre. Dass die Notenbanker diesen Fehler wiederholen, ist unwahrscheinlich.

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