kolumneBoom & Bust: Kurzer Slowdown

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WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer

Kolumne von Malte Fischer

Die steigenden Unternehmensgewinne stimmen optimistisch. Sie regen die Investitionen an - und sorgen dafür, dass sich der Aufschwung nach einem kurzen Durchhänger fortsetzt.

Die Börsianer sind derzeit einem regelrechten Wechselbad der Gefühle ausgesetzt. Auf der einen Seite drehen wichtige konjunkturelle Frühindikatoren weltweit nach unten und schüren Ängste vor einem erneuten Absturz der Weltwirtschaft in die Rezession. Auf der anderen Seite übertreffen die Umsätze und Gewinne der Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich.

Anfang vergangener Woche eröffnete der amerikanische Aluminiumkonzern Alcoa die Berichtssaison für das zweite Quartal. Firmenchef Klaus Kleinfeld meldete ein Umsatzplus von 22 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte auf 136 Millionen Dollar, im Vorjahreszeitraum hatte Alcoa noch rote Zahlen geschrieben. Kurz darauf verbreitete der weltgrößte Mikroprozessoren-Hersteller Intel Zuversicht bei Analysten, weil er ihre Erwartungen in puncto Umsatz und Gewinn übertraf. In Deutschland hob der Münchner Autobauer BMW seine Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Analysten trauen den im deutschen Aktienindex Dax gelisteten Unternehmen für die nächsten zwölf Monate Gewinnsprünge von 41 Prozent pro Aktie zu.

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Gewinne und Investitionen

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Die guten Unternehmenszahlen sprechen dafür, dass die schwächelnden Konjunkturindikatoren nur auf eine Verlangsamung, nicht aber auf einen Absturz der Konjunktur hindeuten. Solche Phasen, "mid-cycle-slowdown" genannt, hat es auch in früheren Zyklen gegeben. Sie treten auf, wenn die am Beginn eines Aufschwungs stehenden kräftigen Impulse vom Lageraufbau bei den Unternehmen nachlassen und die übrigen Nachfragekomponenten noch nicht kräftig genug sind, dies auszugleichen.

Der mid-cycle-slowdown endet, wenn die Investitionen in Maschinen und Anlagen anspringen. Das setzt voraus, dass die Betriebe wieder ordentlich Gewinn machen. Die Rentabilität des Sachkapitals fällt dann höher aus als die Finanzierungskosten für die Investitionen am Kapitalmarkt.

Dass die Unternehmensgewinne derzeit kräftig steigen und die Betriebe auch für die nächsten Monate optimistisch sind, spricht dafür, dass sie wieder mehr in Maschinen und Anlagen investieren. Nach dem mid-cycle-slowdown in der zweiten Jahreshälfte dürfte die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen. Der Aufschwung ist also noch lange nicht vorbei.

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