Bruttoinlandsprodukt: Kurzer Zwischenstopp der deutschen Wirtschaft

Bruttoinlandsprodukt: Kurzer Zwischenstopp der deutschen Wirtschaft

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Schlechtes Ergebnis: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ging im Schlussquartal 2011zurück. Zuletzt war die deutsche Wirtschaft vor fast drei Jahren geschrumpft.

Quelle:Reuters, dpa

Gebremst durch die Schuldenkrise ging die Wirtschaftskraft Ende vergangenen Jahres in Deutschland zurück - erstmals seit Anfang 2009. Experten sehen allerdings keinen Grund zur Sorge.

In den letzten Monaten 2011 ging das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück. Grund für den ersten Rückgang seit fast drei Jahren waren sinkende Konsumausgaben und fehlende Impulse vom Außenhandel, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Einen stärkeren Rückgang verhinderten steigende Investitionen, vor allem in Gebäude. Ein Minus hatte es zuletzt auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Anfang 2009 gegeben, das mit vier Prozent sehr stark ausfiel.

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Analysten hatten für das Schlussquartal 2011 einen Rückgang von 0,3 Prozent erwartet. Im Sommer wuchs Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,6 Prozent und damit etwas stärker als zunächst mit 0,5 Prozent angegeben.

Experten führten das vorläufige Ende des deutschen Aufschwungs auf die nicht enden wollende Schuldenkrise in den Euro-Ländern zurück. „Sie hat zu einem drastischen Vertrauensschwund bei Unternehmen und Verbrauchern gesorgt“, sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank.

Keine "technische Rezession"

Anfang 2012 hat der Aufschwung nach Einschätzung von Volkswirten aber wieder etwas an Fahrt gewonnen. Darauf deuteten starke Daten vom Arbeitsmarkt hin. Der Inlandskonsum dürfte deshalb wieder anziehen, zumal sich die Verbraucherstimmung zuletzt aufhellte. Auch die Exporterwartungen hätten wich wieder deutlich verbessert, betonte Unicredit-Ökonom Alexander Koch.

Damit würde vermieden, dass die bisherige Konjunkturlokomotive Europas in eine „technische Rezession“ schlittern könnte, bei der das BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. Allzu große Sprünge dürfte die deutsche Konjunktur zum Jahresbeginn aber noch nicht machen. „Ein schwacher Start in das Jahr und der frostige Februar werden die Wirtschaftsleistung wohl auch im ersten Quartal belasten“, betont DIW-Konjunkturexperte Simon Junker.

Immerhin machten die sich deutlich bessere Unternehmensstimmung und die zuletzt wieder etwas dynamischeren Auftragseingänge in der Industrie Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft ab dem Frühjahr wieder wachsen könnte, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner: „Die Krise im Euroraum bremst das Wachstum in Deutschland voraussichtlich nur vorübergehend.“ Schon ab der Jahresmitte sei wieder mit kräftigen Zuwächsen zu rechnen.

Frankreichs Wirtschaft legte zum Jahresende zu

Die französische Wirtschaft schlug sich am Jahresende besser als Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt im Nachbarland legte um 0,2 Prozent zu, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Analysten überraschte das Ergebnis. Sie hatten mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet.

Der Finanzminister Francois Baroin sieht die Wirtschaft auf gutem Weg, 2012 das von der Regierung erwartete Wachstum von 0,5 Prozent zu schaffen. „Jeder der drei Hauptbereiche der Wirtschaft - Außenhandel, privater Konsum und Investitionen - sorgte im letzten Quartal für einen positiven Beitrag“, sagte Baroin.

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Die Wirtschaft in der Eurozone schrumpfe Ende 2011ebenso wie die Deutsche. Betrachtet man das Gesamtjahr gab es aber ein leichtes Wachstum. Im Vergleich zum Vorquartal habe der Rückgang in den letzten drei Monaten des Jahres 0,3 Prozent betragen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit.

Es war der erste Rückgang seit dem zweiten Quartal 2009. Im Gesamtjahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 17 Eurostaaten um 1,5 Prozent, also nur halb so stark wie die deutsche Wirtschaft für sich genommen.

In der Europäischen Union mit ihren 27 Mitgliedsstaaten schrumpfte die Wirtschaft zwischen dem dritten und vierten Quartal 2011 ebenfalls um 0,3 Prozent. Im Gesamtjahr wuchs das BIP um 1,6 Prozent.

Quelle:  Reutersdpa
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