Buchrezension: "Sparen ist bei Regierungen unbeliebt"

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Buchrezension: "Sparen ist bei Regierungen unbeliebt"

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In unserem heutigen Papiergeldsystem können Zentralbanken beliebig Geld nachdrucken.

von Saskia Littmann

Zwei Wissenschaftler erklären in einem neuen Buch, warum andere Menschen auf Ihre Kosten immer reicher werden - und wie das staatliche Monopol auf Gelddrucken die Ungleichheit schürt.

Die Ausrichtung des Buches wird schon mit der Widmung deutlich. "Für Ludwig von Mises". Die Autoren Andreas Marquart und Philipp Bagus widmen ihr neues Werk einem Vorreiter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Auch der Titel ist Programm: "Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden...und welche Rolle der Staat und unser Papiergeld dabei spielen".

Wer ein trockenes Werk über die Ecken und Kanten unserer heutigen Geldpolitik erwartet, liegt falsch. Ökonom Bagus und Marquart, Leiter des Ludwig von Mises-Institut in Deutschland, erklären geldpolitische Zusammenhänge so einfach, dass sie jeder versteht. Das liegt vor allem an der provokanten Art, in der das Buch geschrieben ist.

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Buchcover zu "Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden" von Andreas Marquart und Philipp Bagus, Erscheinungsdatum 9. Mai 2014 (für eine vergrößerte Ansicht bitte auf das Bild klicken).

Buchcover zu "Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden" von Andreas Marquart und Philipp Bagus, Erscheinungsdatum 9. Mai 2014 (für eine vergrößerte Ansicht bitte auf das Bild klicken).

Schon im Vorspann erläutern die Autoren, warum ihr Werk "explosiver als Sprengstoff" sei - und stellen das staatliche Geldmonopol infrage: "Wenn unser Geld in der Obhut des Staates gut aufgehoben ist, warum verliert es dann immer mehr von seiner Kaufkraft?"

Mit dieser Frage landen Marquart und Bagus schnell beim springenden Punkt. Konsequent erläutern sie die teilweise dramatischen Folgen, die die Herrschaft des Staates über das Geldwesen aus ihrer Sicht hat. Und treffen damit den Nerv der Zeit.

Zentralbanken weltweit haben es sich zur Angewohnheit gemacht, im Ernstfall einfach die Drucker anzuwerfen und frisches Geld in den Markt zu pumpen. Damit hat beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldmenge seit Euroeinführung etwa verdoppelt.

"Hat sich Ihr Kontostand in diesem Zeitraum auch verdoppelt?" "Hat sich wenigstens Ihr Einkommen verdoppelt?" Ganz offensichtlich lautet die Antwort auf diese (rhetorischen) Fragen von Marquart und Bagus: Nein.

Gbureks Geld-Geklimper Die böse und die gute Inflation

Die Erfahrung der 70er und 80er lehrt: Gerät die Inflation erst einmal in Schwung, lässt sie sich kaum bremsen. Das ist der Grund, warum es im EZB-Rat Streit gibt – und warum der Goldpreis nicht vom Fleck kommt.

huGO-BildID: 34039229 ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Euro-Münze steht am Montag (10.09.2012) in Köln auf einem Mousepad mit Euro-Symbol. Die Europäische Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht am Freitag (29.11.2013) Zahlen zur Inflation im Euroraum für November (erste Schätzung). Foto: Oliver Berg/dpa (zu dpa-Meldung vom 29.11.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Kein Wunder, so die Verfasser. Denn Papiergeld lässt sich einfach nachdrucken und vermehren. Damit setzen Zentralbanken und Politiker das Vertrauen der Bürger aufs Spiel. "Was ist das für ein Geld, für das Politiker eine Garantie aussprechen müssen?", fragen Marquart und Bagus. Die Antwort ist einfach: schlechtes Geld.

Was ist gutes Geld?

Entsprechend muss es auch gutes Geld geben: Edelmetalle wie Gold und Silber, die sich nicht mutwillig vermehren lassen. Durch ihre natürliche Knappheit wird Werterhalt garantiert, eine künstliche Vermehrung durch die Druckerpresse einer Notenbank ist nicht möglich.

Wäre unser Geld weiterhin wie im Goldstandard an ein solches Edelmetall gekoppelt, wären geldpolitische Exzesse und die Enteignung durch Staaten und Banken laut Marquart und Bagus nicht möglich. "Die Kaufkraft von Warengeld wäre sicherlich stabiler als unser heutiges staatliches Papiergeld", schreiben die Verfasser.

Natürlich wurde der Goldstandard nicht ohne Grund abgeschafft. Auch dieser Aspekt bleibt bei Marquart und Bagus nicht unerwähnt. Eins der Probleme: Der Staat greift ein. Und das Sparen ist dessen Sache nicht.

Was heute ist, war auch früher nicht anders, Wahlkampfgeschenke und andere Bonbons wollen finanziert werden. "Um noch mehr Geld schöpfen zu können, wurde die Bindung von Geld zu Gold immer mehr gelockert." Die Politiker seien in ihren Ausgabeorgien zu beschränkt gewesen, deswegen musste der Goldstandard weg.

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