China: Protektionismus sorgt für Unmut bei deutschen Firmen

China: Protektionismus sorgt für Unmut bei deutschen Firmen

, aktualisiert 02. Dezember 2016, 16:07 Uhr
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Der chinesische Protektionismus könnte deutschen Firmen den Standort China unattraktiver machen.

Quelle:Handelsblatt Online

In diesem Jahr haben chinesischen Unternehmen hunderte Firmen allein in Deutschland übernommen. Andersherum kommt die gesamte EU auf 14 chinesische Zukäufe. Der wachsende Protektionismus könnte zum Problem werden.

PekingDeutsche Firmen in China beklagen sich nach Worten des deutschen Botschafters über eine wachsende wirtschaftliche Abschottung des Landes. „Deutsche Unternehmen haben hierzulande den Eindruck, dass der Protektionismus beträchtlich zugenommen hat“, sagte der deutsche Spitzendiplomat in Peking, Michael Clauss, in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. In diesem Jahr seien „mehr und mehr“ Beschwerden darüber bei ihm eingegangen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte jüngst bei einen Besuch in Peking seiner Ansicht nach unfaire Handelspraktiken des Landes kritisiert, etwa Dumping-Preise bei Stahl und Benachteiligungen deutscher Firmen beim Marktzugang.

Andererseits sprachen auch Chinas Politiker kritische Punkte an, etwa die Furcht, Deutschland könnte sich gegen Firmenübernahmen durch chinesische Partner abschotten. Derzeit prüft die Bundesregierung in zwei Fällen, darunter dem des Chipanlagen-Bauers Aixtron, ob sie einen Verkauf an Unternehmen aus der Volksrepublik für unbedenklich erklären kann.

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Clauss sagte, es sei grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, dass China seinen Rückstand in der Entwicklung von Hochtechnologien durch Akquisitionen schließen wolle. „Aber es ist die Fairness im Wettbewerb, um die es uns geht.“ So hätten Firmen aus der Europäischen Union im laufenden Jahr erst 14 Firmen in der Volksrepublik übernommen: „Das entspricht fünf Prozent von dem, was chinesische Firmen in diesem Jahr allein in Deutschland aufgekauft haben.“

Angesichts der Übernahme des bayerischen Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Hausgeräte-Hersteller Midea und des Interesses der Chinesen an dem Münchner Leuchtenkonzern Osram befürchten Kritiker einen Ausverkauf des High-Tech-Standorts Deutschland. Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat wiederholt dafür plädiert, dass sich die EU und Deutschland bessere Schutzinstrumente verschaffen, um den Verkauf von strategisch wichtigen Firmen ins Ausland notfalls unterbinden zu können.

Quelle:  Handelsblatt Online
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