Commerzbank Earlybird-Index: Ende des Konjunkturbooms in Sicht

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Die schwächelnde Konjunktur in den Schwellenländern belastet auch die deutsche Wirtschaft.

von Malte Fischer

Die deutsche Konjunktur verliert an Fahrt. Das schlechtere weltwirtschaftliche Umfeld, vor allem in den Schwellenländern, macht Deutschland zu schaffen.

Die Konjunkturaussichten für die deutsche Wirtschaft trüben sich ein. Das zeigt der Earlybird-Frühindikator, den die Commerzbank monatlich exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelt. Der Index, der der heimischen Konjunktur um sechs bis neun Monate vorausläuft, hat sich von 0,54 Punkten im Juli auf nur noch 0,25 Punkte im August mehr als halbiert. Das war bereits der dritte Rückgang in Folge.

Ausschlaggebend für die trüberen Aussichten ist das schlechtere weltwirtschaftliche Umfeld. In den USA scheint der Industrie die Puste auszugehen, der Einkaufsmanagerindex für den Sektor gab zuletzt deutlich nach und deutet nur noch auf Stagnation der Produktion hin. In China liegt der Einkaufsmanagerindex für die Industrie bereits unter der kritischen Marke von 50 Zählern und signalisiert somit eine schrumpfende Erzeugung. Etwas besser sieht es im Vereinigten Königreich (51,5 Punkte) und in der Eurozone (52,0) aus. Allerdings dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Schwäche der Schwellenländer auch in der britischen und kontinentaleuropäischen Konjunktur hässliche Bremsspuren hinterlässt.

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Konjunktur gefährdet deutsche Exporte

Manche Analysten fürchten bereits, die Finanzkrise werde nach dem Subprime-Debakel in den USA und der Euro-Krise in Europa nun in den Schwellenländern in die dritte Runde gehen. Denn Regierungen, Bürger und Unternehmen hatten sich dort angesichts der ultraniedrigen Zinsen und des massiven Kapitalzuflusses aus den Industrieländern in den vergangenen Jahren in hohem Maße verschuldet. Häufig nahmen sie Kredite in US-Dollar auf. Die Aufwertung des Greenbacks gegenüber den Schwellenländerwährungen verteuert nun deren Schuldendienst. Für Konsum- und Investitionsausgaben steht den Bürgern und Unternehmen daher weniger Geld zur Verfügung.

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Sollte die Konjunktur in den Schwellenländern weiter einbrechen, dürfte das die deutschen Exporte spürbar in Mitleidenschaft ziehen, zumal sich der Euro gegenüber den Währungen dieser Länder in den vergangenen Wochen verteuert hat. Das jüngste Minus der deutschen Ausfuhren um 5,2 Prozent im August könnte ein Vorgeschmack auf die Probleme sein, vor denen die deutsche Exportindustrie steht. Rund 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in die aufstrebenden Märkte – mehr als in die Länder der Eurozone. 

Die Ökonomen der Commerzbank erwarten, dass der zunehmende weltweite Problemdruck bald auch die übrigen Frühindikatoren für die deutsche Konjunktur wie den ifo-Geschäftsklimaindex und die Einkaufsmanagerindizes auf Talfahrt schickt. Ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft für das nächste Jahr haben die Commerzbanker daher von 1,8 auf 1,5 Prozent gesenkt – weitere Abwärtsrevisionen nicht ausgeschlossen.

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