Demografie: Was Chinas Aufstieg jäh bremsen könnte

Demografie: Was Chinas Aufstieg jäh bremsen könnte

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Wegen sinkender Geburtenraten wird es bald in China zu einem demografischen Wandel kommen. Immer weniger Junge Leute müssen sich um zahlreiche ältere Verwandte kümmern.

von Klaus Methfessel

Die Amerikaner stehen ihrer Wirtschaftskrise sehr gelassen gegenüber. Nicht einmal China macht Ihnen Angst. Der Soziologe Salvatore Babones stimmt zu und sieht China als Reich der Mittelmäßigkeit.

Es ist schon erstaunlich, wie gelassen manche Amerikaner angesichts ihrer wirtschaftlichen  Probleme bleiben.

Da druckt die US-Notenbank Dollarnoten zur Finanzierung der amerikanischen Schuldenpapiere, von denen ein Großteil in Peking lagert, und der renommierte US-Ökonom Barry Eichengreen sagt: „Die gute Nachricht ist, dass das Schicksal des Dollars in unseren Händen liegt und nicht in denen der Chinesen.“

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Und Larry Summers, zu Präsident Clintons Zeit Finanzminister, gibt sich trotz Leistungsbilanzdefizit und anhaltender Arbeitslosigkeit überzeugt: „Wir haben sicher unsere Herausforderungen. Aber wir haben auch die flexibelste, dynamischste und am meisten unternehmerische Gesellschaft, die die Welt je gesehen hat.“

Das klingt ein wenig nach Pfeifen im dunklen Wald. Dabei muss den Amerikanern gar nicht bange sein -  nicht weil sie so einzigartig gut sind, sondern weil auch China eklatante Schwächen hat. Darauf verweist Salvatore Babones, ein Soziologe von der Universität von Sydney, in einem Artikel in der amerikanischen Zeitschrift für Internationale Angelegenheiten, Foreign Affairs (September/Oktober 2011).

Er sieht Grenzen für Chinas weiteren Aufstieg, weil das Reich der Mitte in Wahrheit eines der Mittelmäßigkeit sei, wie er schon im Titel seines Beitrags anklingen lässt: „The Middling Kingdom. The Hype and the Reality of China’s Rise“.

Wachstumsraten sind nicht von Dauer

Seine These: Chinas gegenwärtig hohen Wachstumsraten lassen sich nicht in die Zukunft extrapolieren, da Chinas bisheriger Aufstieg von zwei demografischen Einmal-Effekten getrieben sei, die schon bald auslaufen: Die abnehmende Geburtenrate und die zunehmende Urbanisierung.

Der Rückgang der Geburtenrate hatte zur Folge, dass sowohl die Familien wie auch der Staat ihre Ressourcen in den vergangenen 30 Jahren auf eine geringer werdende Zahl von Kindern konzentrieren konnten.

Die sind jetzt, besser ausgebildet, im Arbeitsprozess, genauso wie Hunderte Millionen von Frauen, die früher auf dem Land in der Subsistenzwirtschaft oder zu Hause tätig waren. Beides hat der Wirtschaft Impulse verliehen.

In Zukunft aber werden die aktiven Jungen die Ressourcen ihrer produktivsten Jahre zunehmend damit verbringen müssen, sich um ihre immer älter werdenden Eltern kümmern zu müssen.

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