Deutsche Industrie: Euro-Krise schlägt auf die Auftragsbücher durch

Deutsche Industrie: Euro-Krise schlägt auf die Auftragsbücher durch

, aktualisiert 04. November 2011, 13:12 Uhr
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Ein Arbeiter in der Montagehalle des Windanlagenbauers Nordex.

Quelle:Handelsblatt Online

Die schwache Nachfrage in der Euro-Zone trifft die deutsche Industrie so hart wie zuletzt in der Finanzkrise von 2009. Die Aufträge schrumpfen bereits den dritten Monat in Folge. Doch nicht alle Branchen leiden gleich.

Herber Rückschlag für die deutschen Industrie: Ihre Aufträge brachen im September wegen der schwachen Nachfrage aus den Euro-Ländern so stark ein wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Die Bestellungen lagen um 4,3 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und schrumpften damit den dritten Monat in Folge, teilte das Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin mit.

Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im Januar 2009 mit rund 6,6 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten für September nur mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet .

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Grund für den Einbruch war die Zurückhaltung der Kunden in den Euro-Ländern. Deren Bestellungen brachen um 12,1 Prozent ein, während die aus dem restlichen Ausland nur um 0,3 Prozent abnahmen. Die Aufträge aus Deutschland gingen um drei Prozent zurück. „Die Unternehmen scheinen gegenwärtig erst einmal zurückhaltend zu agieren“, schrieb das Ministerium.

Sie hielten sich vor allem mit Großaufträgen zurück. „Für das Jahresendquartal zeichnet sich damit eine ruhige Entwicklung der Industrieproduktion ab.“

Die Euro-Länder sind der mit Abstand wichtigste Handelspartner der exportabhängigen deutschen Industrie. Etwa 40 Prozent ihrer Ausfuhren landen in der Währungsunion, die gegen eine schwere Schuldenkrise kämpft. Viele Staaten haben deshalb Ausgaben gekürzt und Steuern erhöht, was die Nachfrage nach deutschen Produkten dämpft.

Wegen der drohenden Rezession hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag überraschend ihren Leitzins gesenkt. Mit billigerem Geld sollen Investitionen und Konsum angeschoben werden. Die größten Einbußen mussten die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemikalien mit 5,3 Prozent verkraften.

Bei Maschinen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern gab es ein Minus von 4,6 Prozent. Die Konsumgüterproduzenten meldeten dagegen ein Auftragsplus, das mit 2,3 Prozent recht deutlich ausfiel.

Quelle:  Handelsblatt Online
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