Deutsche Wirtschaft: Der Investitionsboom ist zu Ende

Deutsche Wirtschaft: Der Investitionsboom ist zu Ende

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Der exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelte Frühindikator für die Ausrüstungsinvestition zeigt keinen Schwung.

Der exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelte Frühindikator für die Ausrüstungsinvestition zeigt keinen Schwung.

Die deutsche Wirtschaft steht am Rande der Rezession. Nachdem das reale Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft ist, zeichnet sich auch für das dritte Quartal ein Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung ab. Darauf deutet die eklatante Schwäche der beiden Hauptstützen der Konjunktur, der Ausrüstungsinvestitionen und der Exporte, hin. Die Ausrüstungsinvestitionen sind im zweiten Quartal um 0,5 Prozent gesunken.

Ausschlaggebend dafür war, dass sich die Finanzierungskosten der Unternehmen im Zuge der Finanzkrise spürbar erhöht haben. So schoss der Zinssatz für Dreimonatsgeld, der als Benchmark für kurzfristige Unternehmenskredite gilt, seit Ausbruch der Krise im Sommer 2007 von 4,2 auf zuletzt knapp 5,0 Prozent in die Höhe. Viele Unternehmen haben daraufhin ihre Investitionen zurückgestellt – zumal sich in den vergangenen Monaten wegen der verschlechterten Absatzaussichten im In- und Ausland auch die Gewinnerwartungen eintrübten.

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Hinzu kommt, dass die Betriebe wegen der zu Jahresbeginn 2008 verschlechterten steuerlichen Abschreibungsregeln Investitionen ins vergangene Jahr vorgezogen hatten. Der vom Münchner ifo Institut und dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelte Frühindikator für die Ausrüstungsinvestitionen deutet denn auch auf eine anämische Investitionstätigkeit in den nächsten Quartalen hin.

Dass die Ausrüstungsinvestitionen in diesem Jahr ihren Vorjahresstand nach Schätzung des BDL dennoch um real etwa sieben Prozent übertreffen werden, liegt in erster Linie an dem hohen Ausgangsniveau, von dem sie in das Jahr gestartet sind. Neben den Investitionen zeichnet sich auch bei den Exporten ein Ende des Booms ab. Die Konjunkturschwäche wichtiger Handelspartnerländer ließ die nominalen Ausfuhren im Juli um 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat sinken. Da die Importe um 7,4 Prozent zulegten, dürfte der Außenhandel das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal bremsen.

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