Deutsche Wirtschaft: USA lösen Frankreich als Exportkunde Nr. 1 ab

Deutsche Wirtschaft: USA lösen Frankreich als Exportkunde Nr. 1 ab

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huGO-BildID: 47429438 ARCHIV - Container werden am 09.05.2015 auf dem Container Terminal Burchardkai (CTB) der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im Hamburger Hafen umgeschlagen. Foto: Christian Charisius/dpa (zu dpa: "Deutschlands Topkonzerne auf Rekordkurs - Sorgen wegen China" vom 01.08.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Es ist das Ende einer Ära: Nach mehr als 50 Jahren lösen die USA Frankreich als wichtigsten Absatzmarkt für deutsche Waren ab. Auch zukünftig könnte Deutschland am stärksten nach Übersee exportieren.

Frankreich verliert nach mehr als einem halben Jahrhundert seinen Status als wichtigster Kunde der deutschen Wirtschaft. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Ausfuhren in die USA im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf knapp 56 Milliarden Euro an. Damit löst die weltgrößte Volkswirtschaft erstmals Frankreich als wichtigsten Absatzmarkt für Waren "Made in Germany" ab: Die Geschäfte mit Frankreich wuchsen nur um rund vier Prozent auf knapp 53,5 Milliarden Euro.

"Eine Ära geht damit zu Ende", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

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Seit 1961 war Frankreich ununterbrochen der größte Abnehmer deutscher Waren. Das wird sich nach einer Prognose des DIHK dauerhaft ändern. "Der Aufstieg der USA an die Spitze ist keine Eintagsfliege", sagte Treier. "Die werden sich vorerst oben festsetzen. Das ist auch ein Beleg unserer Exportstärke, wenn ein geografisch so weit entfernter Markt zur Nummer eins aufsteigt."

Ein Grund dafür ist das robuste US-Wachstum. Der Internationale Währungsfonds rechnet für 2015 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent, während für Frankreich nur ein halb so hohes Tempo prognostiziert wird. "Wir sehen zudem eine Re-Industrialisierung in den USA: Dort werden wegen der niedrigen Energiekosten viele neue Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen", so Treier. "Dafür werden Maschinen und Ausrüstungen aus deutscher Produktion benötigt."

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Hilfreich sei zudem der schwächelnde Euro, der binnen eines Jahres rund 13 Prozent zum Dollar abgewertet hat. "Das kurbelt den Absatz zusätzlich an", ergänzte Treier. "Die Amerikaner sind relativ preissensible Käufer, auch wenn es um Luxusprodukte wie deutsche Autos geht." Der schwächere Euro macht deutsche Waren in Übersee billiger.

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