Inflation klettert auf höchsten Stand seit zwei Jahren

Deutschland: Inflation klettert auf höchsten Stand seit zwei Jahren

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Das billige Öl hat inzwischen einen geringeren Effekt auf die Inflation.

Im Oktober ist die Inflationsrate in Deutschland auf ein Zwei-Jahres-Hoch geklettert. Mit 0,8 Prozent liegt die Teuerungsrate aber immer noch unter dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank.

Die Preise in Deutschland sind im Oktober so stark gestiegen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Grund dafür ist, dass der Effekt des billigen Öls langsam ausläuft. Somit kosteten Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Ökonomen erwarten ein weiteres Anziehen zum Jahreswechsel. "Wir rechnen damit, dass die Inflation in den kommenden Monaten schrittweise über die Ein-Prozent-Marke klettern wird", sagte Ulrike Kastens von der Privatbank Sal. Oppenheim. Im September lag die Jahresteuerung noch bei 0,7 Prozent. Die Inflation bleibt aber noch weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank. Diese sieht Werte von knapp zwei Prozent als ideal für die Konjunktur an.

Energie verbilligte sich in Deutschland zwar um 1,4 Prozent. "Jedoch hat sich der Rückgang der Energiepreise im Vorjahresvergleich seit Juli 2016 kontinuierlich abgeschwächt", erklärten die Statistiker. Die Preise für Nahrungsmittel hingegen stagnierten im Oktober. Waren insgesamt verteuerten sich um 0,4 Prozent, während die Bürger für Dienstleistungen 1,3 Prozent mehr zahlen mussten.

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Der erwartete Anstieg der Inflation stelle eine Normalisierung dar, so Analystin Kastens. "Die Kaufkraftverluste für die Verbraucher werden aber begrenzt sein." Denn auch 2017 dürfte die Inflation im Jahresschnitt nur auf 1,3 Prozent klettern. Damit seien die realen Lohnsteigerungen zwar nicht mehr so stark wie in diesem Jahr. "Dennoch bleibt den Verbrauchern etwas in der Tasche."

Jahresgutachten des Sachverständigenrats Wirtschaftsweise kritisieren Bundesregierung und EZB

Deutliche Kritik für die führenden Politiker hierzulande und die Europäische Zentralbank: Die fünf Wirtschaftsweisen fordern Reformen in Deutschland und der EU. Die EZB solle ihre expansive Geldpolitik beenden.

Angela Merkel hält das Jahresgutachten des Sachverständigenrats in den Händen. Quelle: dpa

Auch das Münchner Ifo-Institut geht davon aus, dass die Kauflaune wie bisher für Schwung sorgt. "Die Konjunktur in Deutschland profitiert weiter von den robust steigenden Konsumausgaben der privaten Haushalte", sagte Ifo-Experte Robert Lehmann. Dies sei wichtig für die gesamte Wirtschaftskraft. "Denn der Konsum der privaten Haushalte umfasste im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre rund 56 Prozent der Wirtschaftsleistung." Nach Ifo-Berechnungen dürften die Verbraucher ihre Ausgaben im dritten und viertel Quartal um je 0,4 Prozent erhöhen.

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