Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen sinken überraschend

Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen sinken überraschend

Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für Deutschland ist im Juli überraschend gesunken. Damit mehren sich die Anzeichen, dass die größte Volkswirtschaft Europas Probleme hat, Tempo aufzunehmen.

Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für Deutschland ist im Juli überraschend gesunken. Damit mehren sich die Anzeichen, dass die größte Volkswirtschaft Europas Probleme hat, Tempo aufzunehmen.

Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim am Dienstag mitteilte, ist der Index der Erwartungen von Investoren und Analysten, der die Konjunkturlage in sechs Monaten abzubilden sucht, auf 36,3 gefallen, nach 38,5 im Juni. Das ist der erste Rückgang in drei Monaten. Ökonomen hatten in einer Bloomberg-Umfrage einen Anstieg auf 40 prognostiziert.

Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

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In Deutschland verzeichneten im Mai Industrieproduktion, Auftragseingang und Exporte jeweils einen Rückgang. Zwar ist im Juni die Arbeitslosigkeit gesunken und der Ifo- Geschäftsklimaindex gestiegen. Jedoch erklärte die Europäische Zentralbank, dass die Risiken für den Konjunkturausblick im Euroraum, dem größten Handelspartner Deutschlands, weiterhin nach unten gerichtet seien. Um die Investoren zu beruhigen, hat EZB-Präsident Mario Draghi am 4. Juli den bisher noch nie dagewesen Schritt gemacht und eine Zusicherung abgegeben, die Zinsen für einen längeren Zeitraum niedrig zu halten.

Konjunkturprognosen Wirtschaft schwächelt, aber ein Crash droht nicht

Unternehmer, Analysten und Konjunkturexperten gehen von einem Mini-Wachstum für die deutsche Wirtschaft aus. Aufgrund der Schuldenkrise bleiben die Aussichten getrübt, aber Crash-Szenarien seien unrealistisch.

Die Wirtschaft in Deutschland wächst laut Konjunkturprognosen in den kommenden Monaten weiter - aber weniger stark als bisher. Quelle: dpa

“Die Signale waren sehr widersprüchlich”, sagte Andreas Scheuerle, Ökonom bei der Dekabank in Frankfurt. “Die Stimmungsindikatoren waren gut, die gegenwärtigen Indikatoren waren recht schwach, aber ich bin nicht zu pessimistisch für den Rest des Jahres. Die Unsicherheit dürfte langsam nachlassen und der Zinsausblick der EZB dürfte eine gewisse Stütze geben.”

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