Dieter Hundt: Arbeitgeber-Präsident gegen Euro-Austritt Griechenlands

Dieter Hundt: Arbeitgeber-Präsident gegen Euro-Austritt Griechenlands

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Dieter Hundt

von Max Haerder und Cordula Tutt

Der Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt über Euro-Rettung, Konjunktur und Pflegeversicherung. Er warnt davor, eine Rezession herbeizureden und wünscht sich den Staatshaushalt nach schwäbischer Hausfrauenart.

WirtschaftsWoche: Herr Hundt, trauen Sie den Politikern noch zu, die Euro-Krise zu lösen?

Hundt: Die Anstrengungen der EU und der Bundesregierung beurteile ich positiv. Aber die Maßnahmen der betroffenen Länder sind teils nicht ausreichend; nehmen Sie Griechenland oder die Debatte um Italiens Sparpaket. Es ist eine zwingende Voraussetzung, dass Hilfen durch angemessene Anstrengungen der Nehmerländer begleitet werden. Es muss alles getan werden, um die Euro-Zone zusammenzuhalten. Nur im äußersten Notfall kann ein Austritt aus dem Euro als Lösung in Betracht kommen. Griechenland befindet sich in einer extrem kritischen Phase.

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Nur Griechenland?

Vor allem Griechenland ist höchstgradig gefährdet. Wenn die Geldgeber-Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank feststellen sollte, dass die Bemühungen nicht reichen und die EU keine weitere Hilfe leistet, kann niemand die Folgen vorhersagen.

Sie glauben wirklich, dass die Euro-Länder hart bleiben?

Es muss alles Verkraftbare unternommen werden, um die Euro-Zone zusammenzuhalten. Aber die europäische Solidarität darf nicht überfordert werden.

Was passiert, wenn die schwarz-gelbe Koalition im Bundestag bei der Abstimmung über weitere Euro-Hilfen keine eigene Mehrheit bekommt?

Es wäre fatal, wenn Deutschland ausscheren würde. Die Folgen für die EU und den Euro wären unabsehbar und könnten eine verheerende Wirkung haben.

Schrecken Sie die dreistelligen Milliardenverpflichtungen, die Berlin eingeht?

Die besorgen mich in höchstem Maße, aber die deutsche Wirtschaft hat ein so großes Interesse am Euro, dass dieses Risiko vertretbar ist. Eine Aufgabe des Euro wäre für Deutschland und Europa eine ganz schlimme Entwicklung mit unabsehbaren Schäden.

Deutschland hat hohe Schulden. Wo ist noch Spielraum im Etat?

Ich würde sehr begrüßen, wenn der Haushalt 2012 nicht wie geplant 27 Milliarden Euro Defizit ausweist, sondern wir nach schwäbischer Hausfrauenart ohne neue Schulden auskämen. Wir haben wirtschaftlich zwei sehr gute Jahre hinter uns. Wir sollten unseren Sozialetat durchforsten und keine neuen Leistungen erfinden. Außerdem gibt es noch beträchtliche Möglichkeiten aus der Koch-Steinbrück-Liste zum Subventionsabbau.

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