DIW-Präsident: "Enorme Risiken für den Aufschwung"

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Marcel Fratzscher misstraut den guten Konjunkturaussichten

von Bert Losse und Malte Fischer

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), glaubt nicht an eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung der Eurozone.

„Ich bin nicht übermäßig optimistisch. Die Risiken für den Aufschwung sind enorm“, sagte der Ökonom in einem Interview. Das derzeitige Wachstum der Eurozone sei stark von Deutschland getrieben, während in anderen Ländern die Arbeitslosigkeit sogar noch steigen werde und neue Probleme mit maroden Banken drohten. „Von einem V-Aufschwung, den viele 2008/09 erhofft hatten – also ein steiler Anstieg nach dem tiefen Fall –, kann keine Rede sein. Die Arbeitslosenzahlen dürften vielerorts bis Ende 2014 weiter steigen.“

Ein großes Problem sei vor allem die unklare Lage der Banken. „Es könnte bei der anstehenden Bewertung der Banken durch die Europäische Zentralbank (EZB) einige böse Überraschungen geben“, warnt der DIW-Präsident. „Wer weiß denn schon, was spanische und italienische Banken in den Büchern haben?“ Zudem sieht Fratzscher weiterhin die Gefahr politischer Krisen, etwa in Italien und Griechenland.

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