Earlybird-Frühindikator: Die Suche nach dem Boden der Krise

Earlybird-Frühindikator: Die Suche nach dem Boden der Krise

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Earlybird-Frühindikator zwischen 2003 und 2009 (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft haben sich im Februar aufgehellt. Der Earlybird-Frühindikator, den die Commerzbank jeden Monat exklusiv für die Wirtschafts-Woche berechnet, kletterte gegenüber dem Vormonat von minus 0,21 auf 0,19 Punkte. Dies war der vierte Anstieg in Folge.

Der Earlybird, der gegenüber der Realwirtschaft einen Vorlauf von sechs bis neun Monaten hat, schob sich damit zum ersten Mal seit Ende 2006 über die Nulllinie. „Ein Hoffnungsschimmer für die Konjunktur“, urteilt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Der Anstieg stütze „die Erwartung, dass sich die Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf stabilisiert“. Gleichwohl warnt Solveen vor übertriebenem Optimismus: „Mit einer Belebung, die auch eher schleppend verlaufen dürfte, ist erst 2010 zu rechnen.“ Hauptgrund für den Aufwärtstrend ist die Entspannung am Geldmarkt. Die jüngsten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank drückten den 3-Monats-Euribor im Monatsschnitt um mehr als 50 Basispunkte nach unten. Ein (leicht) sinkender Außenwert des Euro stützte den lahmenden Export. Zudem legte der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie, der als Referenzgröße für die Weltkonjunktur in den Earlybird eingeht, leicht zu. Er bleibt allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Nach jüngsten Zahlen ist die größte Volkswirtschaft der Welt im vierten Quartal 2008 um annualisiert 6,2 Prozent eingebrochen.

Auf dem Arbeitsmarkt setzt sich der Abschwung derweil fort – wenn auch nicht in dem Tempo, wie von manchen Auguren vorhergesagt. Im Februar stieg die Zahl der Arbeitslosen um 66 000 gegenüber dem Vormonat auf 3,55 Millionen (saisonbereinigt: plus 40 000). Die Quote erhöhte sich um 0,2 Punkte auf 8,5 Prozent. Allerdings sind immer noch 66 000 Menschen weniger ohne Job als vor einem Jahr. Weiter ungebrochen ist der Run auf die Kurzarbeit. Im Februar stellten die Betriebe neue Anträge für rund 670 000 Beschäftigte. Tatsächlich in Kurzarbeit waren nach letzten verfügbaren Zahlen 200 000 Arbeitnehmer (Dezember). Sie reduzierten ihre Arbeitszeit im Schnitt um ein Drittel.

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