Euro-Krise: „Die Bazooka-Lösung ist ein Rohrkrepierer“

Euro-Krise: „Die Bazooka-Lösung ist ein Rohrkrepierer“

, aktualisiert 20. Dezember 2011, 07:49 Uhr
Bild vergrößern

Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach EZB-Chef Draghi sperrt sich auch die Bundesbank-Spitze gegen massive Anleihekäufe der Euro-Zentralbanken. Auch bei den geplanten IWF-Krediten bleiben die Notenbanker hart: Die Politik soll die Krise selbst lösen.

BerlinDer für Märkte zuständige Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel hat sich entschieden gegen groß angelegte Staatsanleihenaufkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Diese Forderung wird von vielen Regierungschefs und Investoren an die Notenbank herangetragen, um die Euro-Krise zu beenden. „Die Märkte wollen gern den Scheck auf dem Tisch sehen“, sagte Nagel der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstagausgabe).

„Aber wenn die EZB sich dazu verleiten ließe, würden die Märkte kurz jubeln, um dann direkt viel unangenehmere Fragen zu stellen. Sie würden befürchten, dass diese Lösung Deutschland überfordern würde. Sie würden die Glaubwürdigkeit der EZB anzweifeln. Und sie würden auf die großen Risiken dieser Politik hinweisen. Die Bazooka-Lösung ist ein Rohrkrepierer.“   

Anzeige

Unbegrenzte Staatsanleihenaufkäufe wären zudem nicht mit dem Mandat der Bank vereinbar. „Es ist doch verrückt, mit welcher Selbstverständlichkeit wir aufgefordert werden, außerhalb unseres gesetzlichen Auftrags zu handeln. Die Bundesbank pflegt sich jedenfalls an Verträge zu halten“, betonte Nagel.   

Gelöst werden könne die Krise nur von der Politik, sagte der Banker. „Das wird sicher noch einige Zeit dauern. Die Finanzkrise wird 2012 nicht vorbei sein. Aber dieser beschwerliche Weg ist der einzige.“ So sei der jüngste EU-Gipfel richtungsweisend in dem Bestreben gewesen, die Währungsunion zu einer nachhaltigen Fiskalunion auszugestalten, sagte Nagel. „Das ist genau der Kurs, den die Bundesbank immer gewollt hat. Die Finanzmärkte werden die Fortschritte relativ zügig goutieren, da bin ich mir sicher.“

Nagel verteidigt zudem die Haltung der Bundesbank zu den geplanten Kreditlinien des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Europa. „Ich halte es für wichtig, dass Europa das Signal an die Investoren sendet, dass es seine Probleme selbst lösen kann. Fakt ist aber auch, dass der IWF nur über eine breite internationale Beteiligung aufgestockt werden kann.“ Auf ihrem jüngsten Gipfel hatten die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) beschlossen, dass die nationalen Notenbanken dem IWF Kreditlinien bereitstellen sollen, um mit diesen Geldern kriselnden Euro-Staaten zu helfen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%