Euro-Krise: Die EZB wird zum Problemfall

Euro-Krise: Die EZB wird zum Problemfall

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Jean-Claude Trichet, President of the European Central Bank (ECB) answers reporter's questions during his monthly news conference at the ECB headquarters in Frankfurt, July 7, 2011. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS IMAGES OF THE DAY)

Die EZB steckt in der Krise. Sie hat unzählige Ramsch-Papiere aufgekauft - und braucht womöglich bald frisches Geld von den Euro-Staaten. Das wäre das Ende der Unabhängigkeit der EZB.

Sie sind Ehemänner, Väter und Großväter. Sie lieben Jazz und Oper, gehen am Wochenende segeln, spielen mit ihren Kindern und Enkeln oder lesen Goethe. All das kam in den vergangenen Monaten zu kurz – denn sie sind auch Notenbanker. Kein Wunder also, dass sich Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gleich nach dem jüngsten Euro-Gipfel für zwei Wochen in den Urlaub verabschiedete. Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), zog es in die Oper. Gemeinsam mit seiner Frau Aline Rybalka lauschte er in Bayreuth den Klängen von Richard Wagners Tannhäuser.

Moody's stuft Zypern herab

Doch so richtig abschalten konnte Trichet nicht. Auch Weidmann behält sich vor, seine Ferien abzubrechen. Nach dem Euro-Gipfel schien sich die Lage an den Finanzmärkten beruhigt zu haben, doch nun steht mit Zypern der nächste Wackelkandidat vor der Tür. Die Ratingagentur Moody’s stufte die Kreditwürdigkeit des Landes vergangene Woche auf Baa1 herunter – damit notieren die Anleihen Zyperns nur drei Stufen über Ramsch-Status.

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EZB ist Griechenlands Hauptgläubiger

Eine erneute Eskalation der Schuldenkrise käme für die Notenbank zur Unzeit, denn sie steckt selber tief in der Krise. Nach wie vor schlummern Risiken durch den Aufkauf von Anleihen hoch verschuldeter Länder und zweifelhafte Kreditsicherheiten in der Bilanz. Beobachter halten es für durchaus denkbar, dass die EZB die Euro-Mitgliedsländer bald um frisches Kapital bitten muss.

Denn noch immer hängt eine mögliche Pleite Griechenlands wie ein Damoklesschwert über dem Frankfurter Eurotower. Im Mai 2010 entschied die Zentralbank, Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu kaufen. Mittlerweile hat sie insgesamt 76 Milliarden Euro für diese Papiere ausgegeben und ist mit geschätzt 45 Milliarden Euro allein in Griechenland engagiert. Sie ist damit der größte Gläubiger der Hellenen. Ein deutlicher Verlust wäre existenziell: Die EZB hat lediglich elf Milliarden Euro Eigenkapital.

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27 Kommentare zu Euro-Krise: Die EZB wird zum Problemfall

  • "und braucht wohlmöglich bald frisches Geld"
    Wer will nochmal, wer hat noch nicht ? Schaut auf den Goldpreis und den schweizer Franken - wer in den letzten 10 Jahren sein Haus auf Fremdwährungshypotheken "gebaut" hat, sitzt mittlerweile auf weit über 30 Prozent Verlusten zusätzlich zum Kredit. banken beginnen bereits Nachschüsse als weitere Sicherheiten zu fordern - das führt in den kommenden 5 Jahren zu einer Versteigerungswelle - dias ist die Nadel für die deutsche, österreichische und osteuropäische immobilienblase. Wenn jetzt auch ein Hedgefonds weiche Knie bekommt, und die Gold-Shorts auflöst, haben wir einen astreinen Shortsqueeze und Gold steht bis zum Herbst über 2200 Dollar

  • Helmut Schmidt: "Trichet hat noch keinen Fehler gemacht." oder: "Aber die Währung ist gut...."
    Selten wurde jemand wie dieser verachtenswerte und größenwahnsinnige Weltökonom Helmut Schmidt von weiten Teilen der bevölkerung überschätzt.
    Über die bundesbank: "in ihrem Herzen sind sie Reaktionär." Natürlich nur, weil sie sich nicht ihre Unabhängigkeit von den Politikern hatten abtrotzen lassen. So ist das Verständnis diese eitlen alten Mannes, er sich für sonst was hält, aber nichts verstanden hat.
    Eins sagte er noch, mit dem er Recht hat: "Der Euro wird die Deutschen noch sehr viel kosten..." ihm ist das natürlich egal, oder er wünscht es sich. Sagte er doch auch: "Die Deutschen müssen für den 2. Weltkrieg noch das ganze 21. Jahrhundert bezahlen; vielleicht auch noch im 22. Jahrhundert." Damit weiß dann jeder, was das für ein "politisches Projekt" ist. Es ist das neue Versailles, die Versklavung der Deutschen unter dem Joch der EU.
    So kann Europa aber nicht funktionieren. Darin liegt schon die Wurzel des Scheiterns. Die Deutschen werden sich das auf Dauer nicht gefallen lassen, denn die Staatspropaganda wird immer unwirksamer!

  • Die Politiker machen wirklich mit dem Euro so lange weiter, bis alles in Scherben gefallen ist. Die Deutschen natürlich an erster Stelle. Die haben immer noch nicht gelernt, wann etwas verloren ist. Sonst hätte nicht noch eine große Anzahl Deutscher im März 1945 - von "Wunderwaffen" träumend - vom Endsieg schwadroniert.
    Es ist heute nicht anders. insofern sind die Politiker in berlin - und natürlich auch die Parlamentarier - in beängstigender Weise wirklich deutsch! Auch die Grünen, die ja von den Deutschen überhaupt nichts halten, sind deutscher, als ich es je für möglich gehalten habe...
    Der Preis für dieses "politische Projekt" Euro ist sehr hoch: Es ist der gesamte in Deutschland aufgebaute Wohlstand, es ist der deutsche Staatsbankrott!

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