Euro-Rettung: Inflation auf dem Vormarsch

KommentarEuro-Rettung: Inflation auf dem Vormarsch

von Malte Fischer

Die Bundesbank und die Bundesregierung bereiten die Deutschen auf mehr Inflation vor, um den Euro zu retten. Damit handeln sie gegen die Interessen der Bürger. Es ist höchste Zeit, das misslungene Abenteuer Euro zu beenden.

Lange Zeit sah es so aus, als träfe die Schuldenkrise nur die Südländer der Euro-Zone. Während die Wirtschaft in Italien, Portugal und Griechenland  schrumpft und die Menschen massenweise ihre Arbeitsplätze verlieren, feiert Deutschland einen Exportrekord nach dem anderen.  Arbeitskräfte können sich hierzulande die Jobs zum Teil sogar aussuchen.

Doch nun kommen die Einschläge der Krise näher. „Inflationsalarm! Bundesbank weicht den Euro auf“, titelt "Bild". Und die FAZ warnt: Bundesbank erwartet Teuerung über Durchschnitt.

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Was ist geschehen? In einer Anhörung des Finanzausschusses des Bundestages zur Euro-Schuldenkrise hat die Bundesbank erklärt, die im Zuge der Finanzkrise wirkenden Anpassungsprozesse führten dazu, dass Deutschland in der Europäischen Währungsunion „künftig eher überdurchschnittliche Inflationsraten“ aufweist.  Wichtig sei nur, dass „die Inflation im Aggregat der EWU dem Stabilitätsziel entspricht und die Inflationserwartungen fest verankert bleiben“.

Dahinter steckt die Überlegung, dass die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Euroländer sich in den vergangenen Jahren dramatisch auseinander entwickelt hat. Während die Länder in Süden, angefeuert durch niedrige Zinsen, fröhliche Partys feierten und die Lohnstückkosten in die Höhe trieben, hat Deutschland unter der Agenda 2010 mit mehrjähriger Lohnzurückhaltung seine Wirtschaft fit gemacht und seine preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessert.

Nun drohen die wirtschaftlichen Unterschiede die Währungsunion auseinander zu reißen. Um den Euro zu retten, so die Überlegungen der Bundesbank und der Bundesregierung, muss sich die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Länder einander angleichen. Konkret heißt das: Die Krisenländer müssen Lohnzurückhaltung üben und ihre Lohnstückkosten senken, was den Preisauftrieb dort bremst.

Damit der Süden die Anpassungslast nicht allein trägt, sollen die Löhne, die Lohnstückkosten und die Verbraucherpreise in Deutschland schneller steigen als bisher. Deutschland, so die Überlegung,  müsse um der europäischen Sache willen auf einen Teil seiner preislichen Wettbewerbsfähigkeit verzichten.

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