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Europäischer Währungsfonds: Bundesbankchef Weber stellt sich gegen Merkel

von Elke Pickartz

Eindeutiger konnte die Reaktion kaum sein. Er lehne einen Europäischen Währungsfonds ab, der notleidenden Eurostaaten finanziell unter die Arme greifen soll, sagte Bundesbankchef Axel Weber am Dienstag in Frankfurt.

Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteurin Elke Pickartz
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Webers Begründung ist einleuchtend: Wer jetzt mit Finanzhilfen winkt, untergräbt die Anstrengungen der Eurostaaten, ihre Staatsfinanzen eigenständig zu konsolidieren. Denn wer am Ende doch auf Hilfe setzen kann, wird sich nur halbherzig bemühen, selbst die Schulden zu drücken. Ein Europäischer Währungsfonds gehe am Kern der Währungsunion und des Stabilitätspakts vorbei, so der Bundesbankpräsident. „Was wir jetzt brauchen, ist eine beherzte Konsolidierung.“ Wenn dazu der politische Wille fehle, könne auch eine neue Institution nicht weiterhelfen.

Weber, der sonst um Ausgleich mit der Bundeskanzlerin bemüht ist, geht nun auf Konfrontationskurs. Denn Angela Merkel sieht – im Verbund mit der EU-Kommission und zahlreichen anderen europäischen Regierungschef - die Sache offenbar anders. Woher sie dieses Vertrauen nimmt, sei dahingestellt, denn Webers Argumente sind nicht von der Hand zu weisen.

Ein EWF lenkt von dem eigentlichen Ziel ab, dass die Staaten ihre Haushalte endlich in Ordnung bekommen müssen. Deutschland wird im kommenden Jahr sein Defizit von derzeit drei auf dann fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigern, die Schuldenquote wird von 60 auf rund 85 Prozent in die Höhe schnellen. In den meisten anderen EU-Staaten sieht es weitaus dramatischer aus. „Wenn wir keine Schuldenkrise wollen, dann müssen wir die Haushalte jetzt konsolidieren“, fordert Weber.

Deutschland sollte hier als Vorbild vorangehen, anstatt mit dem Finger auf Griechenland zu zeigen. Denn wenn die Griechen ihren Sanierungsplan einhalten, bemerkt Weber süffisant, könnten sie ihr Defizit schneller drücken als die stabilitätsversessene Bundesrepublik. Die Bundesregierung lasse sich zu viel Zeit mit der Konsolidierung. „Wir können und wir sollten mehr tun.“ Recht hat er.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.03.2010, 20:27 UhrAnonymer Benutzer: karel

    Der Stabilitätspakt wurde doch politisch schamlos ausgehebelt.
    Es wird verstoßen, aber nichts passiert. Keine Konsequenzen.
    EWF, das wird doch der gleiche politische Etikettenschwindel.
    Axel Weber hat Recht.

    karel

  • 09.03.2010, 19:09 UhrAnonymer Benutzer: zarromanowski

    bundesbankchef Weber hat vollkommen recht, der EWF würde Tür und Tor für ein Nachlassen aller Haushaltskonsolidierungen der EU-Staaten öffnen - eine Katastrophe mit dem Endergebnis einer Hyperinflation und eines drohenden Währungsschnittes - viele fleißige Sparer in Europa wären die dann die großen Verlierer. Eine schleichende Massenenteignung des Mittelstandes würde dann zusätzlich die sozialen Probleme in der EU unbeherrschbar machen. Man fragt sich warum Frau Dr. Merkel diese Zusammenhänge nicht sehen kann, will oder sogar ignoriert? Entzieht dem betrügerischen Griechenland den EURO und überlaßt diese Ansammlung von Steinen am Mittelmeer den Gezeiten.

  • 09.03.2010, 18:58 UhrAnonymer Benutzer: richard h. holzhütter

    Hoffentlich kann sich Herr Weber durchsetzen.Wenn die Europäer tatsächlich einen Währungsfond gründen würden dann wäre der deutsche Steuerzahler wiedereinmal der Dumme.Diese Politiker die unsere interessen derart missachten sollten durch die nächste Wahl abgestraft werden.bedauerlicherweise sind alle im bundestag vertretenen Parteien überwiegend Parteien des eigenen Wohls und nicht den bürgern verpflichtet.ich habe diese Regierung gewählt im Glauben das es endlich Reformen gibt die man einfach bei anderen Staaten kopieren kann=Steuerrecht der USA--Renten & Gesundheit aus der Schweiz--Sozialtransfer aus den Niederlanden.Ferner Prof. Kirchhof um Mitarbeit bitten==Für einen totalen Subventionsabbau.Für den Überfälligen bürokratieabbau wären dann die zuvielen bundestagsabgeordneten da.

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