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Europäischer Währungsfonds: Deutschland als Zahlmeister

von Malte Fischer

Der Vorschlag, einen Europäischen Währungsfond (EWF) zur Rettung von notleidenden Euro-Ländern einzurichten, ist brandgefährlich. Er revidiert die Idee der Währungsunion, weil er aus einer auf soliden Staatsfinanzen beruhenden Staatengemeinschaft eine integrierte Schulden- und Transferunion macht - mit Deutschland als Zahlmeister. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer.

WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer Quelle: Frank Schemmann für WirtschaftsWoche
WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer Quelle: Frank Schemmann für WirtschaftsWoche

Die Brandstifter der fiskalischen Disziplinlosigkeit sind unter uns. Und unsere Politiker sind ihnen auf den Leim gegangen. Anders ist es wohl nicht zu interpretieren, dass am Wochenende ausgerechnet Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit der Forderung vorpreschte, einen Europäischen Währungsfond (EWF) nach dem Vorbild des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington einzurichten. Ähnlich wie dieser soll der EWF Ländern mit Zahlungsschwierigkeiten und Haushaltsproblemen im Euro-Raum Kredite gewähren und im Gegenzug harte Reformprogramme einfordern.

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Die Idee dazu stammt von Thomas Mayer, dem Chefvolkswirt der Deutschen Bank und Daniel Gros, Chef des Centre for European Policy Studies (CEPS), einer von der EU finanzierten Denkfabrik in Brüssel. Der Vorschlag der beiden Ökonomen sieht folgendes vor.

Ausschluss aus der Währungsunion

Der EWF finanziert sich durch Strafbeiträge der Euro-Länder, die gegen die Maastrichter Schulden- und Defizitgrenzen von drei beziehungsweise 60 Prozent des BIP verstoßen. Zusätzlich erhält der EWF die Möglichkeit, sich am Kapitalmarkt durch die Emission eigener Bonds Mittel zu beschaffen.

Gerät ein Land in finanzielle Schwierigkeiten,  so hat es die Möglichkeit, auf seine zuvor eingezahlten Beiträge beim EWF zurück zu greifen. Besteht ein darüber hinaus gehender Finanzbedarf, verlangt der EWF Reformen von dem Land, die dann von der EU-Kommission und der Eurogruppe überwacht werden.

Befolgt das Land die Reformvorschläge nicht, können die Zuweisungen von EU-Mitteln gekürzt werden. Eine weitere Eskalationsstufe bestünde darin, die Staatsanleihen des Landes von den Refinanzierungsgeschäften der EZB auszuschließen. Im Extremfall könnte das Land sogar ganz aus der EU und der Währungsunion ausgeschlossen werden.

Der EWF ist ein vergifteter Apfel

Um einen Staatsbankrott kontrollierbar zu machen, schlagen Mayer und Gros zudem vor, dass der EWF die Forderungen der Gläubiger gegen einen strauchelnden Staat mit einem Abschlag kauft. Der EWF würde damit zum neuen Gläubiger des notleidenden Staates.

Schon die Grundkonzeption des EWF zeigt, dass es sich um einen vergifteten Apel handelt, den die Ökonomen den Politikern reichen – in dem Wissen, dass diese nur allzu gern hinein beißen werden. Denn der EWF schaltet den Sanktionsmechanismus des Marktes für ein fiskalisch unsolides Land aus und ersetzt ihn durch das Primat der Politik.

Nicht der Markt mit seinen hohen Strafzinsen soll Sünderländer wieder auf Konsolidierungskurs bringen, sondern die Politiker in Gestalt des EWF. Doch wer nach den Erfahrungen mit dem weichgespülten Stabilitäts- und Wachstumspakt noch glaubt,  die EU-Kommission oder die Eurogruppe setzten harte sanktionsbewehrte Anpassungsmaßnahmen in einem Sünderland durch, muss entweder mit Faktenblindheit geschlagen oder naiv sein.

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17 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.03.2010, 18:17 UhrAnonymer Benutzer: Günther Lessmann

    Revolution ---------------

    mehr kann man nicht mehr machen Merkel + Juncker und die ganzen anderen Parasiten + Politpen + deren Larven vertreiben.

    Wenn das nicht passiert .

    Wir die bRD--völlig ausgemerkelt werden

    wie eine Kuh von Mutti -----totgemolken

    Und Mutti in ihrer tumbheit---merkt nicht was Sie da gerade anrichtet

  • 09.03.2010, 17:39 UhrAnonymer Benutzer: Günther Lessmann

    Schuld-Frage klären für 1000 Milliarden Kredit-Schulden

    Diese Schuld-Frage muß unter den Politikern--den EU-Politikern untereinander ausgehandelt wrden.

    in form von Tagessätzen

    Wie bei Madhoff

    wer bekommt 100 Jahre Knast

    wer bekommt tausend Jahre Knast + Sippenhaftung !

    Der bürger ist nicht bürge für 1000 Milliarden Euro Schulden !

    Solten das die Staatsanwälte nicht übernehmen wird das der bürge selbst machen.

  • 09.03.2010, 17:02 UhrAnonymer Benutzer: Günther Lessmann

    Das bankrott Risiko liegt wo ?

    Nicht bei den banken !
    Nicht beim bürger !

    Es liegt bei den banken.

    Laßt einige von ihnen bankrott gehen !

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