Eurostat-Zahlen: Arbeitslosigkeit in der EU sinkt erstmals seit zwei Jahren

Eurostat-Zahlen: Arbeitslosigkeit in der EU sinkt erstmals seit zwei Jahren

, aktualisiert 31. Juli 2013, 12:47 Uhr
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Eine Arbeitssuchende wird in einem Jobcenter beraten. In der Eurozone sank die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit 2011.

Erstmals seit April 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen in den 17 Euro-Staaten gesunken. Im Juni waren insgesamt 19,27 Millionen Männer und Frauen in der Eurozone ohne Job.

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone ist zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren gesunken. 19,26 Millionen Männer und Frauen hatten im Juni keinen Job - 24.000 weniger als im Vormonat. Das sei der erste Rückgang seit April 2011, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote verharrte allerdings auf dem Rekordwert von 12,1 Prozent.

Grund für den Rückgang ist eine stabilere Konjunktur, die die Währungsunion auf ein Ende der längsten Rezession ihrer Geschichte hoffen lässt: Der Einkaufsmanager-Index des Markit-Instituts signalisierte zuletzt erstmals seit eineinhalb Jahren wieder ein Wachstum der Privatwirtschaft, und die von der EU-Kommission ermittelte Stimmung in der Wirtschaft ist so gut wie seit April 2012 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt war zuletzt sechs Quartale in Folge geschrumpft.

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Nach Einschätzung der Wirtschaftsberatung Ernst & Young wird es bis zu einer echten Trendwende aber noch dauern. Nach ihrer Prognose wird die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr auf 20,3 Millionen steigen und erst ab 2015 wieder sinken - auf 18,5 Millionen im Jahr 2017. Das Vorkrisen-Niveau werde mittelfristig nicht wieder erreicht. Zum Vergleich: 2007 waren nur 11,8 Millionen Menschen ohne Job.

Die Kluft im Währungsraum ist weiterhin sehr groß: Österreich mit 4,6 Prozent, Deutschland mit 5,4 Prozent und Luxemburg mit 5,7 Prozent weisen die niedrigsten Werte auf, Spanien mit 26,3 und Griechenland mit 26,9 Prozent (im April) die höchsten. Die Bundesagentur für Arbeit bezifferte die Juli-Quote für Deutschland am Mittwoch auf 6,8 Prozent - die Rechenmethoden sind allerdings nicht direkt vergleichbar.

Insbesondere unter jungen Menschen war die Arbeitslosigkeit in den von der Wirtschaftskrise besonders gebeutelten Staaten Südeuropas im Juni hoch. Griechenland meldete 58,7 Prozent (für April), Spanien verzeichnete 56,1 Prozent und Portugal 41 Prozent. Außerhalb der Eurozone ist die Quote in Kroatien, das erst seit Juli EU-Mitglied ist, mit 55,6 Prozent der jungen Erwachsenen im Juni besonders hoch. Zumindest teilweise hat dies aber statistische Gründe: Die Eurostat-Experten klammern junge Männer und Frauen in Studium oder Ausbildung aus. Dadurch schrumpft die Bezugsgruppe der Unter-25-Jährigen, und jeder einzelne Arbeitslose fällt noch stärker ins Gewicht.

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Die Teuerung in den 17 Euro-Ländern ist stabil. Die jährliche Inflationsrate betrug im Juli wie schon im Vormonat 1,6 Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak zogen an während die Preise für Energie und Dienstleistungen stabil waren. Damit liegt die Inflationsrate im Euroraum weiterhin unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank sieht die Preisstabilität bei Raten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Im April hatte die Inflationsrate mit 1,2 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit August 2010 gelegen. Nähere Details zum Monat Juli wird Eurostat erst Mitte August mitteilen.

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