Export: Stimmung gegenüber Deutschland kippt

Export: Stimmung gegenüber Deutschland kippt

von Henning Krumrey

Der deutsche Spardiktat entpuppt sich als Gift für die Reputation deutscher Exporteure. Der Bundesverband schlägt jetzt Alarm: Unternehmen im Ausland müssten sich für die Euro-Politik der Bundesregierung rechtfertigen.

Dunkle Wolken für die deutschen Exporte sieht der Bundesverband Großhandel, Außenhandel Dienstleistungen (BGA) aufziehen. „Die Stimmung gegenüber Deutschland kippt und ist deutlich kälter geworden“, sagte BGA-Präsident Anton Börner der WirtschaftsWoche. Exporteure müssten sich für die von der Bundesregierung verfochtene Spar- und Reformpolitik rechtfertigen und spürten Zurückhaltung.

„Man geht nicht gern in ein Geschäft, wenn man den Verkäufer unsympathisch findet.“ In den Südländern der EU sei der Absatz bereits eingebrochen, freilich vor allem wegen der Krise.

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Börner drängt auf eine schnelle Klärung über den künftigen Kurs der Euro-Zone. „Nach der Sommerpause muss klar sein, ob die Krisenländer die notwendigen Reformen durchführen wollen. Bis zum Jahresende haben wir keine Zeit mehr, die Märkte werden Europa vorher in die Entscheidung zwingen.“ Wenn die Krisenstaaten den Euro behalten wollten, aber nicht die Kraft zur Kehrtwende aufbrächten, „brauchen wir den nächsten Integrationsschritt.

Dann müssen alle Länder Souveränität auf die EU-Ebene übertragen und ihre Haushaltspolitik koordinieren. Dann muss der europäische Finanzminister oder eine Aufsichtsbehörde die Einnahmen und Ausgaben überprüfen und notfalls auch korrigieren dürfen, wie ein Turn-around-Manager oder Firmensanierer.“ Börners Begründung: „Vielleicht fällt es den Regierungen gegenüber ihrer Klientel psychologisch leichter, wenn die EU-Ebene die Entscheidungen trifft.“

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