Exportunternehmen: Wie Hersteller unter den Währungsturbulenzen leiden

Exportunternehmen: Wie Hersteller unter den Währungsturbulenzen leiden

von Martin Fritz, Anne Grüttner

Autos aus Japan, Sekt aus Spanien, Mode aus Italien: Wie Hersteller unter den Währungsturbulenzen leiden – oder davon profitieren.

„Wir fangen wieder an, Licht zu sehen“, freut sich Akio Toyoda, der Chef des landesweit größten Autobauers Toyota. Die Yen-Abwertung bedeutet, dass aus Japan exportierte Waren – zum Beispiel Autos von Toyota – sich im Ausland preiswerter verkaufen können und so leichter Marktanteile gewinnen. Zugleich erhöhen sich die Einnahmen aus dem Ausland, etwa aus Europa, beim Umtausch in den Yen.

Bei Toyota wächst der Betriebsgewinn mit jedem Yen, um den der Dollar steigt, um 35 Milliarden Yen (280 Millionen Euro). Da zahlt es sich aus, dass in den vergangenen vier Monaten der Dollar um 16 Yen gestiegen ist. Nicht zuletzt wegen des Währungs-Turbos konnte Toyota die aktuelle Gewinnprognose um zehn Prozent auf sieben Milliarden Euro anheben.

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Auch die Autozulieferer in Japan profitieren von ihrer schwachen Währung. Bosch-Rivale Denso hob den Gewinnausblick um ein Siebtel auf ein Fünfjahreshoch an. Canon, der weltgrößte Kamerahersteller mit einem Umsatzanteil von 80 Prozent im Ausland, verspricht sich vom schwachen Yen ebenfalls einen Gewinnschub. Der Reinertrag soll 2013 um ein Siebtel auf 2,1 Milliarden Euro wachsen.

In Spanien dagegen stöhnen vor allem mittelständische Exporteure wie der Sekthersteller Freixenet über die Aufwertung des Euro. „Der starke Euro gefällt uns gar nicht, das wird sich in der Bilanz niederschlagen“, klagt Pedro Bonet, der Bruder des Firmenchefs Josep Lluís Bonet. Rund 85 Prozent der Schaumweine aus Barcelona werden exportiert, davon gehen mehr als ein Drittel in Länder außerhalb der Euro-Zone. „Wir werden versuchen, den Preis zu erhöhen, doch in den meisten Märkten ist das wegen der komplizierten Wirtschaftslage im Moment schwer“, sagt Bonet. Ein Kurs von 1,35 Dollar pro Euro ist für Bonet unverständlich bei der schlechten Wirtschaftslage in der Euro-Zone. „Logischer wären 1,10 Dollar.“

Spaniens Exportindustrie ist derzeit neben dem Tourismus der einzige Hoffnungsträger für neues Wirtschaftswachstum. Die Zahl der exportierenden Unternehmen ist seit Beginn der Krise deutlich angestiegen von 97 400 im Jahr 2007 auf knapp 123 000 in 2011. Im vergangenen Jahr ging rund die Hälfte der spanischen Ausfuhren in Länder außerhalb der Euro-Zone. „Allerdings handelt es sich bei einem großen Teil der spanischen Exporte um Industrieprodukte und Ausrüstungsgüter mit einem relativ hohen Grad an Technologie, die weniger anfällig für Wechselkursschwankungen sind“, sagt Xavier Mendoza, Leiter des Forschungszentrums für spanische Multinationals der Managementhochschule Esade.

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