EZB-Direktor Mersch: „Wir müssen wachsam sein“

EZB-Direktor Mersch: „Wir müssen wachsam sein“

, aktualisiert 27. Oktober 2016, 20:53 Uhr
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Der luxemburgische Direktor der Europäischen Zentralbank fordert mehr Wachsamkeit im Umgang mit der ultralockeren Geldpolitik.

von Reuters Quelle:Handelsblatt Online

Die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank wird nicht nur von deutschen Sparern kritisiert. Der luxemburgische Direktor der EZB, Yves Mersch, sieht die Gefahren und fordert mehr Achtsamkeit.

HachenburgEZB-Direktor Yves Mersch hat auf zunehmende Gefahren einer sehr langen Phase ultralockerer Geldpolitik hingewiesen. "Je länger wir in diesem Niedrigzinsumfeld verharren, desto stärker werden die Nebenwirkungen unserer Maßnahmen hervortreten", sagte Mersch am Donnerstag bei einer Veranstaltung in der Hochschule der Deutschen Bundesbank in Hachenburg. Die Wirksamkeit der Schritte könne zudem abnehmen, je länger sie anhielten. Ziel müsse sein, "so bald wie möglich diesen Sonderzustand zu verlassen, um den möglichen Schaden so gering wie möglich zu halten", sagte der EZB-Direktor.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihre Leitzinsen im Währungsraum schon seit längerem auf einem sehr niedrigem Niveau. Inzwischen liegen sie auf dem Rekordtief von Null Prozent. Zur Ankurbelung der Konjunktur im Währungsraum erwerben die Euro-Wächter zudem seit März 2015 im großen Stil Staatsanleihen der Länder der Währungsgemeinschaft. Das Programm ist inzwischen auf 1,74 Billionen Euro angelegt und soll noch bis mindestens Ende März 2017 laufen.

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Mersch ging auch auf die Situation der Banken ein, die in ihrem Kreditgeschäft zunehmend unter der lockeren Geldpolitik leiden. Institute in Deutschland würden angeben, dass sich die Strafzinsen - sie liegen aktuell bei minus 0,4 Prozent - restriktiv auf ihre ausgereichten Kreditvolumina auswirken. Das lasse aufhorchen, sagte der EZB-Direktor. "Wir müssen wachsam sein, dass diese Entwicklung nicht auch auf andere Länder des Euro-Raumes übergreift." Dies müsse abgewogen werden, wenn es um den weiteren Kurs in der Geldpolitik gehe. "Dies betrifft Instrumente, Volumina und die Zeitachse", sagte der EZB-Direktor.

Quelle:  Handelsblatt Online
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