EZB: Noch nicht das Ende der Fahnenstange

KommentarEZB: Noch nicht das Ende der Fahnenstange

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Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteurin Elke Pickartz

Die heutige Zinssenkung der EZB um 50 Basispunkte auf nunmehr zwei Prozent markiert einen historischen Rekord: So tief stand der Leitzins noch nie seit dem Antritt der europäischen Währungshüter Anfang 1999.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet sprach im Anschluss an die Sitzung von einer einstimmigen Entscheidung. Ausschlag hätten die schlechten Wachstumsaussichten und die gesunkene Inflationsgefahr im Euroraum gegeben. Das kommt nicht überraschend.

Die entscheidende Botschaft Trichets ist indes, dass das Ende der Fahnenstange damit noch nicht erreicht ist. Das Treffen des EZB-Rats am 5. März ein wichtiger Termin, betonte er rund ein halbes Dutzend Mal. Das würde Trichet nicht sagen, wenn die Notenbank sich jetzt schon festgelegt hätte, es nun erst einmal bei den zwei Prozent zu belassen. Auch seine mehrfache Warnung vor einer Liquiditätsfalle am Geldmarkt weist in diese Richtung. Trichet weiß, dass der Geldmarkt, an dem sich Banken kurzfristig untereinander Gelder leihen, für das Funktionieren des Finanzsystems zentral ist. „Unser Hauptziel ist es, den Geldmarkt wiederzubeleben“, sagte er.

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Dass die Zinssätze am Geldmarkt in den letzten Wochen gesunken sind, dürfte die Notenbanker erleichtern. Trichet verbuchte dies heute als Erfolg für die EZB. Doch die Transaktionsvolumina am Geldmarkt sind nach wie vor gering. Auch das weiß Trichet und deshalb kann er sich noch lange nicht zurücklehnen. Der weiterhin fragile Geldmarkt in Verbindung mit Rezession und die sinkenden Inflation lassen nur den einen Schluss zu: Auf der Sitzung Anfang März dürfte erneut über eine Zinssenkung diskutiert werden.

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