Fahrtkosten: Die Pendlerpauschale muss wieder her!

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Kolumne

Der politische Streit um die steuerliche Abzugsfähigkeit von Fahrtkosten eskaliert. Ökonomen lehnen die Pendlerpauschale als Subvention ab. Doch das ist ein Fehler.

Wenn die Ökonomen des Kronberger Kreises ihre Stimme erheben, hat das Gewicht. Die Mitglieder des Beirats der Stiftung Marktwirtschaft sind für ihre konsequente ordoliberale Haltung bekannt. Jetzt haben sie sich in die Diskussion um die Pendlerpauschale eingemischt – und verteidigen die aktuelle Regelung, derzufolge Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erst vom 21. Kilometer an als Werbungskosten anerkannt werden, als „ökonomisch gut begründet“. Langfristig müsse die Pendlerpauschale sogar ganz abgeschafft werden, da sie Anreize für weite Arbeitswege schaffe und so zur Zeitverschwendung einlade.

Doch mit dieser Argumentation befinden sich die Professoren auf dem Holzweg. Mehrere Gründe sprechen dafür, wieder die vollen Fahrtkosten anzuerkennen. Erstens basiert unser System auf dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Das heißt, dass nur das besteuert werden darf, was dem Erwerbstätigen nach Abzug der beruflich veranlassten Kosten übrig bleibt. Die Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind keine private Angelegenheit, sondern beruflich veranlasst und daher als Werbungskosten zu behandeln. Dabei geht es um mehr als um steuersystematische Prinzipienreiterei.

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Werden die Fahrtkosten nicht voll anerkannt, hemmt dies die Bereitschaft zur Mobilität. Der Einkommenszuwachs durch einen besser bezahlten, aber weiter entfernt gelegenen Job, wird im Extremfall durch die (steuerlich nicht mehr absetzbaren) Fahrtkosten aufgezehrt, sodass ein volkswirtschaftlich sinnvoller Arbeitsplatzwechsel unterbleibt. Hinzu kommt: Mit welcher Berechtigung wird dem Angestellten der Abzug von Fahrtkosten verwehrt, wenn Selbstständige weiter ihre Fahrten mit dem Firmenwagen beim Fiskus absetzen können. Niemand käme auf die Idee, dem Handwerker zu erklären, die Fahrt zum Kunden sei sein Privatvergnügen und steuerlich irrelevant.

Statt sich zum akademischen Erfüllungsgehilfen des nimmersatten Fiskus zu machen, hätten die Ökonomen des Kronberger Kreises besser daran getan, sich über die generelle Absenkung der Steuerlast der Bürger Gedanken zu machen.

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