Fast auf Ramschniveau: Ratingagentur stuft Brasiliens Kreditwürdigkeit herunter

Fast auf Ramschniveau: Ratingagentur stuft Brasiliens Kreditwürdigkeit herunter

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Die Wirtschaftskrise in Brasilien verschärft sich.

In einer Woche kommt Angela Merkel mit ihrem Kabinett nach Brasilien. Doch von Aufbruchstimmung nach Fußball-WM und vor Olympia wird sie nicht viel spüren. Das Land rutscht immer tiefer in die Krise.

Brasilien muss einen Abzug von Investoren und damit eine Verschärfung der tiefen Wirtschaftskrise fürchten. Die US-Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit des fünftgrößten Landes der Welt auf „Baa3“ herunter. Das bedeutet, es gibt Risiken, dass Gelder am Ende verloren gehen können - die nächste Stufe wäre eine Warnung, dass Anleihenkäufe mit hohen Ausfallrisiken verbunden sind.

Brasilien leidet unter hoher Inflation, einem milliardenschweren Korruptionsskandal und niedrigen Rohstoffpreisen. Das Land ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Deutschlands in Südamerika. Die Teuerung betrug zuletzt auf Jahressicht offiziell knapp zehn Prozent, der höchste Wert seit 2003. Die Bürger ächzen unter den rasch steigenden Preisen, sie bekommen immer weniger für ihr Geld.

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Der Konsum schwächelt daher auf breiter Front, was vielen Unternehmen zu schaffen macht: Die Industrieproduktion brach im ersten Halbjahr um 6,3 Prozent ein. Die Krise führt auch zu einer Drosselung der Produktion etwa von Mercedes-Benz in Brasilien.

Weltwirtschaft "In Brasilien braut sich ein Sturm zusammen"

Brasiliens Wirtschaft rutscht immer tiefer in die Krise – auch eine Folge der katastrophalen Wirtschaftspolitik von Präsidentin Dilma Rousseff.

Kein Vertrauen in Brasiliens Präsidentin Rousseff Quelle: rtr

Bis 21. August ist die Produktion im Werk São Bernardo do Campo für zwei Wochen weitgehend eingestellt - hier werden vor allem Lastwagen, Motoren und Busse produziert. Um Jobs zu retten, hat die Regierung eine Kurzarbeit-Regelung mit staatlichen Zuschüssen nach dem Vorbild Deutschlands eingeführt. Die Zentralbank hat den Leitzins auf 14,25 Prozent angehoben - um Anlegern den Kauf von Staatsanleihen schmackhaft zu machen und den Real zu stärken, der fast täglich an Wert zum Dollar verliert. Für 2015 wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung in Brasilien um 2,1 und der Investitionen um 9 Prozent erwartet.

Die Landesbank Baden-Württemberg betonte in einer Analyse, es gebe eine Reihe von Belastungsfaktoren. Dazu zählten neben der Trockenheit, welche wegen der hohen Abhängigkeit von Wasserkraft die Sicherheit der Elektrizitätsversorgung gefährde, vor allem gesunkene Rohstoffpreise, Mängel in der Infrastruktur, hohe Lohnkosten, der Fachkräftemangel sowie hohe Unternehmenssteuern und Bürokratie.

Dilma Rousseff Millionen Brasilianer protestieren gegen Präsidentin

Der Unmut in Brasilien ist groß. Millionen machen keinen Hehl daraus, tragen ihre Wut und Enttäuschung auf die Straße. „Dilma, Raus!“ - so die Botschaft an die kürzlich wiedergewählte Präsidentin. Die gerät unter Druck.

Tag des Protests in Brasilien: Regierungsgegner gehen in Massen auf die Straße.  Quelle: dpa

Staatspräsidentin Dilma Rousseff steht unter erheblichem Druck, für Sonntag sind in den größten Städten neue Massenproteste angekündigt. Laut einer Umfrage sind 66 Prozent der Bürger für eine Amtsenthebung der bis 2018 gewählten Präsidentin. Sie ringt derzeit um Zustimmung für ein Sparpaket, doch der Kongress ist bisher auf Blockadekurs.

Zudem verlieren viele Bürger wegen eines Korruptionsskandals das Vertrauen in Rousseff und ihre seit 2003 regierende Arbeiterpartei. Politiker sollen bei Auftragsvergaben Provisionen kassiert haben, im Kern geht es um Geschäfte von führenden Baufirmen wie Odebrecht und dem mit einem Jahresumsatz von rund 140 Milliarden US-Dollar (129 Mrd Euro) größten Unternehmen des Landes, dem Ölkonzern Petrobras.

In diesem schwierigen Klima reist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit zahlreichen Ministern Mitte nächster Woche zu den ersten deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen nach Brasilia. Rund 1400 deutsche Unternehmen sind in dem Land aktiv.

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