Faule Kredite: EZB übt Druck auf Banken aus

Faule Kredite: EZB übt Druck auf Banken aus

, aktualisiert 12. September 2016, 17:39 Uhr
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Die europäischen Banken müssen angeben, wie viele faule Kredite sie in den kommenden Jahren abbauen.

Quelle:Handelsblatt Online

Beim Abbau fauler Kredite schauen die EZB-Währungshüter den Bankern künftig stärker auf die Finger: Die Institute müssen sich Ziele setzen, wie viele dieser Darlehen sie in den kommenden Jahren abbauen.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) macht den Geldhäusern beim Abbau fauler Kredite Druck – allerdings nur ein bisschen. Die Institute müssen sich Ziele setzen, welches Level an ausfallgefährdeten Darlehen sie in einem und in drei Jahren erreichen wollen, wie die EZB mitteilte.

Diese Ziele sind allerdings nicht bindend. Die EZB will nur eingreifen, wenn Banken die angepeilten Werte deutlich überschreiten. Besonders italienische Geldhäuser können damit aufatmen. Sie hatten im Fall von bindenden Obergrenzen befürchtet, zu Notverkäufen von Portfolien gezwungen zu werden.

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Banken in der Eurozone schieben faule Kredite mit einem Volumen von 900 Milliarden Euro vor sich her. Bei den 129 Großbanken, die von der EZB beaufsichtigt werden, sind rund sieben Prozent aller Darlehen ausfallgefährdet.

In Italien liegt die Quote bei 12 Prozent, in Portugal bei 15 Prozent und in Griechenland bei 47 Prozent. Deutschland kommt lediglich auf zwei Prozent. Hier sind die Vorgaben nur für einzelne Geldhäuser wie die HSH Nordbank relevant. Sie leidet unter vielen ausfallgefährdeten Schiffskrediten und wurde von der EZB deshalb bereits vor einiger Zeit aufgefordert, auszumisten.

Ein Berg an faulen Krediten hindert Institute aus Sicht der Notenbank daran, Geld an die Realwirtschaft zu verleihen und ihre Kapitalpuffer zu stärken. Auf der anderen Seite will die EZB Geldhäuser nicht zu Notverkäufen zwingen, die ihnen Verluste einbrocken und ihre Kapitalbasis schwächen. In Italien stehen bereits heute mehrere Banken unter Druck und wollen neues Kapital aufnehmen, darunter die HVB-Mutter UniCredit und die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena.

Quelle:  Handelsblatt Online
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