Fed-Chef William Dudley: „Es gibt beträchtliche Unsicherheiten“

Fed-Chef William Dudley: „Es gibt beträchtliche Unsicherheiten“

, aktualisiert 05. Dezember 2016, 19:21 Uhr
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Der Chef der amerikanischen Notenbank Fed lässt sich nicht in die Karten schauen. Er spricht von haushaltspolitischen Unsicherheiten und wartet vorerst ab.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Chef der US-Notenbank Fed, William Dudley, legt sich noch nicht auf den künftigen geldpolitischen Kurs fest. Zu groß seien die Unsicherheiten. Experten erwarten aber eine Zinserhöhung im Dezember.

New York/ChicagoMit Blick auf die anstehende Präsidentschaft des Republikaners Donald Trump will sich die US-Notenbank Fed geldpolitisch nicht in die Karten schauen lassen. Laut Fed-Führungsmitglied William Dudley ist es noch zu früh, über eine eventuelle Nachjustierung des bisherigen Kurses zu entscheiden. Schließlich gebe es "beträchtliche Unsicherheit" darüber, wie sich die US-Haushaltspolitik weiter entwickeln werde, sagte der Chef der Fed von New York am Montag. Sein Chicagoer Kollege Charles Evans sprach von anhaltenden "Ungewissheiten" nach der Präsidentenwahl vom November. Die Notenbank hat eine baldige Zinserhöhung signalisiert, die nach Ansicht vieler Experten Mitte des Monats kommen dürfte. Danach erwarten manche Fachleute zwei weitere Schritte nach oben im kommenden Jahr. Dies würde der bislang ausgegebenen Devise der Fed entsprechen, die geldpolitischen Zügel schrittweise anzuziehen.

Trump, der am 20. Januar in sein Amt eingeführt werden soll, hat ein billionenschweres Infrastrukturprogramm angekündigt, das das Wirtschaftswachstum anheizen könnte. Für diesen Fall hält Dudleys Kollege Patrick Harker von der Notenbank-Filiale in Philadelphia einen aggressiveren Kurs für angebracht. Die Fed hat die Politik zugleich vor einer Erhöhung der Verbindlichkeiten gewarnt. 2015 lag der US-Schuldenberg bei 125 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Währungshüter haben den Leitzins zuletzt Ende 2015 erhöht und danach in der Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent gehalten. Da Vollbeschäftigung herrscht und die Inflation nicht mehr weit vom Zwei-Prozent-Ziel der Fed entfernt ist, ist die Zeit für eine geldpolitische Straffung in den USA nach Ansicht vieler Experten gekommen.

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Evans sagte, die Lage am Arbeitsmarkt sei bereits recht angespannt. Doch das erwünschte Lohnwachstum, das die Inflation treiben solle, sei noch niedrig. Zugleich sprach sich sein Kollege Dudley gegen Vorschläge aus dem Kongress aus, die Geldpolitik an eine feste Regel zu binden. Dies wäre nach seiner Ansicht "wirklich katastrophal für die Wirtschaft".

Auch Fed-Chefin Janet Yellen hatte sich gegen Pläne gewandt, ihre Politik an eine feste Formel zu ketten. Im Gespräch war dabei die nach dem Ökonomie-Professor John Taylor benannte Regel zur Bestimmung des je nach Konjunkturlage angemessenen Leitzinses. Taylor wird als ein möglicher Nachfolger Yellens gehandelt, deren Mandat an der Spitze der Fed Anfang Februar 2018 abläuft. Trump will sie nicht für eine weitere Amtszeit nominieren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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