Fed: Yellen deutet baldige Zinserhöhung an

Fed: Yellen deutet baldige Zinserhöhung an

Janet Yellen ist optimistisch, dass die Wirtschaft weiter wächst. Deshalb hat US-Notenbankchefin eine baldige Zinserhöhung angekündigt – allerdings ließ sie vorerst offen, ob sie eine Erhöhung bereits im Juni anvisiert.

Der US-Aktienmarkt hat Aussagen der US-Notenbankpräsidentin zur Zinspolitik am Freitag mit Gelassenheit aufgenommen. Der Leitindex Dow Jones Industrial beendete den recht ruhigen Handelstag vor dem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende mit wenig Bewegung auf dem höchsten Stand des Tages.

Bei vergleichsweise allerdings geringem Handelsvolumen legte der Dow um 0,25 Prozent auf 17 873,22 Punkte zu und verbuchte damit ein Wochenplus von 2,13 Prozent. Es ist sein größter Zuwachs innerhalb einer Handelswoche seit Mitte März. Der marktbreite S&P 500 rückte am Freitag um 0,43 Prozent auf 2099,06 Punkte vor und der Nasdaq-100-Index gewann 0,55 Prozent auf 4512,54 Punkte.

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Fed-Präsidentin Janet Yellen hatte während einer Veranstaltung der Harvard University in Cambridge gesagt, dass das Wachstum in den Vereinigten Staaten wohl anziehe und sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter zu verbessern scheine. „Wenn das anhält, was ich erwarte, dann wäre ein graduelle und vorsichtige Zinsanhebung angemessen“, sagte sie mit Blick auf die kommenden Monate. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses, der über die Zinsen entscheidet, findet am 15. Juni statt.

Der US-Dollar erhielt durch Yellens Äußerungen zur Zinspolitik einen Schub nach oben und brachte damit den Eurokurs unter Druck. Dieser fiel zuletzt auf 1,1112 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs im Frankfurter Handel noch auf 1,1168 (Donnerstag: 1,1168) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8954 (0,8954) Euro. Am Rentenmarkt gaben richtungsweisende zehnjährige US-Staatsanleihen 6/32 Punkte auf 97 30/32 Punkte ab, während ihre Rendite auf 1,85 Prozent stieg.

Unter den Einzelwerten legten die Aktien der Bank of America im S&P-100-Index um etwas mehr als ein Prozent zu. Die Großbank versucht laut dem „Wall Street Journal“ erneut, ihre Kreditkarten-Tochter MBNA zu verkaufen. Das britische Unternehmen sei mehreren möglichen Käufern angeboten worden, berichtete die Wirtschaftszeitung auf ihrer Internetseite unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bereits 2011 hatte die Bank of America einen Verkaufsversuch gestartet, der jedoch ein Jahr später scheiterte.

US-Notenbank Fed Yellen lässt die Märkte triumphieren

Mit ihrer Zurückhaltung hat Fed-Chefin Janet Yellen die Märkte erfreut, auch der Dax kletterte über 10.000 Punkte. Riskiert die Notenbank damit eine stark steigende Inflation?

Fed-Chefin Janet Yellen Quelle: AP

Die Papiere der Google-Mutter Alphabet gewannen eineinhalb Prozent. Der Konzern hatte eine milliardenschwere Klage des Software-Konzerns Oracle bezüglich des Smartphone-Systems Android vor Gericht abgewiesen. Geschworene in San Francisco entschieden, dass Google bei der Verwendung von Schnittstellen und Elementen der Software Java für Android nicht das Urheberrecht verletzt habe. Oracle will in Berufung gehen, der Aktienkurs legte um 0,30 Prozent zu.

Erneut gab es zudem eine Übernahmemeldung: Der weltgrößte Hersteller wissenschaftlicher Geräte, Thermo Fisher, will den Mikroskop-Spezialisten Fei Company für 4,2 Milliarden US-Dollar oder 107,50 Dollar in bar übernehmen. Während die Fei-Papiere um gut 14 Prozent auf 108,13 Dollar zulegten, stiegen die Aktien von Thermo Fisher um etwas mehr als ein halbes Prozent.

Für die Anteilsscheine von Palo Alto Networks ging es um gut 12 Prozent abwärts, nachdem der Anbieter von Netzwerksicherheitstechnik mit seinem Ausblick auf das vierte Geschäftsquartal enttäuscht hatte.

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