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Finanzkrise: Krisengewinner Deutschland

von Tim Rahmann (mit Reuters)

Die Finanzkrise hat mehr als 13 Millionen Arbeitsplätze vernichtet. Zu diesem Ergebnis kommt die OECD. Vor allem Geringqualifizierte und junge Menschen zählen zu den Verlieren. Nur zwei Länder schwimmen gegen den Trend, darunter Deutschland.

Deutschland hat die Quelle: dpa
Deutschland hat die Finanzkrise gut überstanden. Quelle: dpa

Die Finanzkrise hat Spuren hinterlassen. Deutliche. Nach Angaben der OECD sind seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2007 mehr als 13 Millionen Arbeitsplätze vernichtet worden. Nur in zwei der 34 Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt die Arbeitslosenquote heute unter der Rate vom Sommer 2007: in Chile und in Deutschland.

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Egal ob bei der der Gesamtzahl, bei den Langzeitarbeitlosen oder in Sachen Jugendarbeitslosigkeit: „Deutschland ist eines der wenigen Länder mit einem positiven Trend“, erklärte die OECD. So sei die Jugendarbeitslosigkeit um zwei Punkte auf 9,7 Prozent gesunken. Im OECD-Schnitt habe die Gruppe der junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren dagegen mit am stärksten unter dem Einbruch auf dem Arbeitsmarkt gelitten. Ihre Beschäftigungszahl sei um zehn Prozent geschrumpft.

Deutsche Unternehmen sind bestens präpariert

Insgesamt waren im Juni dieses Jahres mehr als 44 Millionen Menschen arbeitslos, viele von ihnen bereits seit mehr als zwölf Monaten“, bilanziert die OECD. Dass die Arbeitslosenquote in Deutschland dennoch unter dem Vor-Finanzkrisen-Niveau liegt, hat mehrere Gründe.

Zum einen verfügen die deutschen Unternehmen über einen Werkzeugkasten zur Krisenbewältigung, der so gut gefüllt ist wie nie zuvor. Arbeitszeitkonten, freiwilliger Lohnverzicht, Zeitarbeit, Kurzarbeit – allein wenn es darum geht, Lohnkosten zu sparen, aber Stammmitarbeiter für den späteren Aufschwung zu halten, sind deutsche Unternehmen inzwischen bestens präpariert.

Zudem hat der XXL-Aufschwung in den vergangenen Jahren die Beschäftigungszahlen auf Rekordniveau getrieben. Doch bei aller Zufriedenheit: „Mehr und mehr Menschen erhalten nur noch befristete Verträge“, so die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Auch bei der Bildung gebe es weiter Nachholbedarf. Schließlich seien Ende 2010 mehr als 22 Millionen junge Leute innerhalb der OECD weder in Ausbildung, noch in einem Job gewesen. Die Organisation fordert deshalb eine bessere frühkindliche Bildung, „und das speziell für Kinder aus sozial benachteiligten Familien“.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.09.2011, 10:44 UhrAnonymer Benutzer: Antieuro

    Kommt morgens ein Angestellter ins büro und bekommt vom Chef 10 backpfeifen. Der Angestellte lacht und bedankt sich beim Chef. Der Chef daraufhin fragt seinen geohrpfeigten Angestellten, warum er sich dafür bedankt und dieser antwortet: ich dachte, ich bekäme 15 backpfeifen. So siehts heute in den betrieben leider aus -hoch lebe die Globalisierung!!!!!

  • 27.09.2011, 15:45 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Die basis für eine positive wirtschaftliche Entwicklung - egal wo - darf nie vergessen werden: Technik und gute Produkte. Alles andere ist "beiwerk". Ohne Umsatz keine hohen Löhne und niedrige Arbeitslosenzahlen. Ohne Produkte, die die Kunden auch nachfragen, kein Umsatz. Der wirtschaftliche Verderber: Übermäßige Schulden (anglo-amerikanisches "Leveraging" bzw. "Keynes") in jeglicher Form und Löhne, die über der Produktivität liegen.

  • 27.09.2011, 15:33 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Die Arbeitgeber und unser sog. Sozialstaat sollen sich mal nicht
    zu kräftig auf die Schultern klopfen, man könnte sich gegenseitig
    verletzen.
    Diese Kasten haben die Arbeitnehmer jetzt über Jahrzehnte ausgebeutet, nicht nur dass "Schweinelöhne" bezahlt wurden, nein,
    die Einkommer der abhängig beschäftigten (nicht Geschäftsführer und Vorstände), wurden reduziert, die Einkommen mit der Euroeinführung halbiert, genauso die Sparguthaben.
    Also, keinen Schwachsinn labern, realistisch bleiben.
    Die sog. Werkzeuge sind doch genaugenommen erpresste Zugeständnisse der Arbeitnehmer. Jetzt lästert man auch noch über
    den bildungsstand der Schüler, Auszubildenden und Abiturienten.
    Die jungen Leute gehen doch von der Schule (egal welcher), gleich in die Knechtschaft. Jedes Elternpaar, das Kinder zeugt, muss man
    doch fragen, ob Sie wissen was Sie tun !
    Staat, Politiker, Unternehmen, Pfui Teufel !!!

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