_

Finanzkrise: Künftige Rentner bekommen weniger

von AP/dlm

Mit der Finanzkrise sinken die Gehälter – und damit auch die zukünftigen Renten der Deutschen. Mannheimer Forscher haben berechnet, dass die Rentengarantie nur eingehalten werden kann, wenn die Beiträge um 0,5 Prozent steigen.

ARCHIV - Aeltere Frauen sitzen Quelle: AP
ARCHIV - Aeltere Frauen sitzen am 5. November 2008 auf einer Bank am Ufer des Ammersees in Herrsching. Die Deutschen muessen sich ab dem 1. Juli 2009 in vielen Bereichen auf neue Regeln einstellen. Es gibt eine Anpassung der Rente: Die Rentner in Deutschland erhalten mehr Geld. (AP Photo/Christof Stache) --- FILE - In this Nov. 5 2008 file picture elderly women sit on a bench near the bank of the Ammersee in Herrsching, southern Germany. (AP Photo/Christof Stache) Quelle: AP

Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Berechnungen des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA) berichtet, werden die Bezüge für den Bezieher einer Standardrente (“Eckrentner“) um bis zu acht Prozent niedriger ausfallen als vor der Krise prognostiziert. Dies bedeute ein monatliches Minus von bis zu 194 Euro für Neurentner je nach Eintrittsjahr.

Anzeige

MEA-Rentenexperte Martin Gasche begründet dies mit den zu erwartenden geringen Lohnsteigerungen in den kommenden Jahren. „Die Arbeitnehmer und Beitragszahler werden wegen der Wirtschaftskrise Lohneinbußen hinnehmen müssen“, zitierte ihn das Blatt. „Langfristig können die Einkommen bis zu acht Prozent niedriger liegen als vor der Krise erwartet.“ Da die Rentenentwicklung an die Lohnentwicklung gekoppelt sei, „werden sich auch die Renten entsprechend schlechter entwickeln“, betonte er.

Betragserhöhung notwendig für Rentengarantie

Im Mai hatte die große Koalition eine Rentengarantie beschlossen, die besagte, dass die Altersbezüge in Deutschland nicht sinken dürfen – selbst wenn die Gehälter sinken an die die Renten gekoppelt sind. Die Forscher machen aber jetzt deutlich, dass vor der Wirtschaftskrise größere Lohnsteigerungen vorhergesagt wurden als nun erreicht wurden. Um die Rentengarantie zu halten, werden die Beitragssätze angehoben werden müssen. Die Forscher gehen von 0,5 Prozent in den nächsten zehn jahren aus. Und die Altersbezüge werden langsamer steigen als erwartet. 

Der Sozialverband VdK forderte deswegen deutliche Lohnsteigerungen in den kommenden Jahren. „Nach der Krise müssen Arbeitnehmer wieder über spürbare Lohnerhöhungen am Aufschwung beteiligt werden. Dann können sich auch die Renten entsprechend gut entwickeln“, betonte Verbandschefin Ulrike Mascher.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.10.2009, 12:10 UhrAnonymer Benutzer: gapardo

    Es ist eine so durchschaubare Taktik dieses institutes, das überwiegend von der Versicherungswirtschaft finanziert wird, solche Szenarien an die Öffentlichkeit zu bringen. Nur in der Hoffnung das dadurch viele bürger bei den privaten Versicherungen eine privatwe Rentenversicherung abschliessen, wird eine Horrorvision veroffentlicht.

  • 13.10.2009, 14:44 UhrAnonymer Benutzer: Skeptiker

    Meiner Meinung nach ist das nicht Verfassungskonform, wenn man gezwungen wird, in ein System einzubezahlen aus dem man nachweislich weniger herausbekommt als man einbezahlt hat (Negativrendite ?)

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Alternativen gesucht
Alternativen gesucht

Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.