Folgen der Finanzkrise: Weltwirtschaftskrise auf dem Vormarsch

Folgen der Finanzkrise: Weltwirtschaftskrise auf dem Vormarsch

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Immer weniger Container-Schiffe werden im Hafen von Tokio beladen.

Die Weltbank rechnet dieses Jahr erstmals mit einem Schrumpfen der globalen Wirtschaftsleistung. Egal ob China, Japan oder Europa: Rund um den Erdball häufen sich die schlechten Nachrichten.

Es ist ein Szenario des Schreckens: Fast überall auf der Welt bricht die Industrieproduktion massiv ein, die Aktienkurse in New York, London, Frankfurt und Tokio schmieren ab, die Entwicklungsländer kriegen keine Kredite mehr, Arbeitslosigkeit und Armut nehmen dramatisch zu – und selbst im aufwärtsstrebenden China leiden wieder mehr Menschen unter Hunger.

Was bis vor wenigen Monaten noch kein Ökonom erwartet hätte, ist inzwischen bittere Realität: Die Weltwirtschaft steckt in der tiefsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Laut einer Vorhersage der Weltbank kommt es noch dicker: Erstmals wird die globale Wirtschaft in diesem Jahr schrumpfen. Besonders stark treffen wird dies die Entwicklungsländer.

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Eine konkrete Prognose trauen sich die Experten der Weltbank nicht zu. Mit ihrer Einschätzung, dass am Ende des Jahres die Entwicklung der globalen Wirtschaftsleistung mit einem Minuszeichen versehen werden muss, ist die Weltbank aber noch pessimistischer als die Kollegen vom Internationalen Währungsfonds IWF. Der IWF ging noch vergangene Woche von einem weltweiten Wachstum von 0,5 Prozent aus. Ein globales Wachstum unter drei Prozent gilt bereits als Rezession.

Entwicklungsländer kommen kaum noch an Kredite

Die Weltbank geht davon aus, dass der Welthandel 2009 so stark zurückgehen wird wie seid 80 Jahren nicht mehr. Die globale Industrieproduktion könnte Mitte des Jahres um 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahres liegen.

Die Entwicklungsländer leiden besonders. Sie müssen mit finanziellen Ausfällen von zig Milliarden rechnen. Die Weltbank warnt besonders vor der Gefahr, dass auslaufende Kredite angesichts der Krise nicht verlängert werden können. Die Ökonomen schätzen, dass in den Schwellenländern in diesem Jahr Kredite in Höhe von zwei bis drei Billionen fällig werden. Viele dieser Kredite seien von internationalen Großbanken in Fremdwährungen gewährt worden.

Die Weltbank, die den Entwicklungsländern zinsgünstige Kredite gewährt, sieht sich angesichts dieser Größenordnungen überfordert. Weltbank-Chef Robert Zoellick rief daher zu einer engen Zusammenarbeit zwischen den Industriestaaten, den internationalen Finanzinstitutionen und der privaten Wirtschaft auf. "Die globale Krise verlangt nach einer globalen Lösung", sagte Zoellick.

Selbst in China macht sich Angst breit

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz wies darauf hin, dass die Entwicklungsländer zudem unter den fallenden Rohstoffpreisen leiden. Durch protektionistische Tendenzen in den Industrieländern nehme der Geldfluss weiter ab, zumal viele Geberländer die Entwicklungshilfe drastisch zurückfahren würden. Dadurch verschärfe sich das "globale Ungleichgewicht".

Selbst im Wirtschaftswunderland China hat sich der Wind gedreht. Dort geht die Regierung zwar davon aus, dass die Wirtschaft auch in diesem Jahr wachsen wird. Doch das Wachstum ist nicht stark genug, um genügend Arbeitsplätze zu schaffen. Tausende Fabriken, insbesondere in der Exportindustrie, haben dicht gemacht. Nach amtlichen Schätzungen haben bereits 20 Millionen Wanderarbeiter ihren Job verloren.

In den ärmsten Gebieten des Landes droht nun eine Lebensmittelknappheit. Der Kampf gegen die Armut sei ins Stocken geraten, die Not in viele Gebiete zurückgekehrt, sagte kürzlich der Vize-Agrarminister Fan Xiaojiang. In der chinesischen Regierung geht nun die Furcht vor sozialen Unruhen um. Zum Teil gab es bereits Proteste.

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