Freytags-Frage: Is it Live or is it Dead?

kolumneFreytags-Frage: Is it Live or is it Dead?

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Die Grateful Dead: Phil Lesh, Bill Kreutzmann, Bob Weir und Mickey Hart bei ihrer "Fare Thee Well"-Show anlässlich ihres 50. Jubiläums.

Kolumne von Andreas Freytag

..oder: Das Geschäftsmodell der Grateful Dead. Die Rockband hat ihr letztes Konzert gegeben. Damit verlässt eine Band die Bühne, die den Kapitalismus in seiner besten Form gelebt hat.

Die Grateful Dead haben in Chicago ihre Abschiedsvorstellungen gegeben. Zwanzig Jahre nach dem Tod von Jerry Garcia und fünfzig Jahre nach ihrer Gründung haben die überlebenden Bandmitglieder  beschlossen, sich als Band zu verabschieden. Bleibt dennoch zu hoffen, dass die überlebenden Gründungsmitglieder, allesamt Herren im Rentenalter, aber ohne Pensionärshaltung, nämlich Bob Weir, Phil Lesh, Bill Kreutzman, Mickey Hart und Robert Hunter, auch in den kommenden Jahren noch weiter spielen werden.

Was macht die Dead aus, damit sie in einer wirtschaftspolitischen Kolumne auftauchen? Neben ihrer vielseitigen, dynamischen und großartigen Musik, die die Geschichte nordamerikanischer Musik in einem unverwechselbaren Stil auffängt und umfasst, zeichnet sich die Band durch ein interessantes Geschäftsmodell aus. Nebenbei bemerkt: Nebenbei bemerkt: Die akademische Welt befasst sich regelmäßig mit dem Phänomen.

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Die Band bzw. Ihre Mitglieder leben die Form des Kapitalismus, die jedem Ordnungspolitiker das Herz höher schlagen lassen würde – würden die Ordnungspolitiker die Grateful Dead nur kennen. Die Dead als Geschäftsleute sind innovativ, kreativ, verantwortungsvolle Arbeitgeber mit Blick auf die Stakeholders (Stichwort Corporate Social Responsibility) sowie gleichzeitig wohltätig und staatsfern.

Zeitlebens war ihr Geschäftsmodell darauf ausgerichtet, eine Gemeinschaft von Fans und Freunden zu schaffen, die die Live-Auftritte in großer Zahl besuchen würde, denn die Dead sind eine, wenn nicht die typische Live-Band. Enmtsprechend innovativ war die Band in technischer Hinsicht, wenn es um den Sound ging. Auf den Konzerten war es jedem Besucher immer gestattet, diese Konzerte mitzuschneiden und sog. Bootlegs zu produzieren. Andere Künstler verbieten dies, ohne zu verhindern, dass diese Aufnahmen gemacht werden und zirkulieren. Die Dead haben das Potential erkannt.

The Grateful Dead Quelle: dpa

Drei Jahrzehnte lang tourten die Grateful Dead durch die USA. Zum 50. Jubiläum haben sich die Musiker noch einmal vereint.

Bild: dpa

Denn unter den Anhängern der Band – Deadheads genannt – hat sich schnell ein Markt für die Konzertaufnahmen gebildet. Dieser wurde natürlich dadurch gefördert, dass kein Konzert dem andern glich. In fünfzig Jahren wurden immer wieder neue Stücke gespielt, und es gab keine Touren mit streng vorgegebener Setlist. Das führte dazu, dass jedes Konzert anders war. Am Freitag den 3. Juli, war das Programm komplett anders als am Sonntag, den 5. Juli. Die Aufnahmen der Tapeheads sind legendär und zu einem Großteil heute offiziell veröffentlicht. Jeder Deadhead hat ein eigenes Lieblingskonzert.

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