Freytags-Frage: Warum hört keiner auf James Buchanan?

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kolumneFreytags-Frage: Warum hört keiner auf James Buchanan?

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Wirtschaftsnobelpreisträger und "Public Choice"-Pionier James McGill Buchanan ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 93 Jahren verstorben.

Kolumne von Andreas Freytag

Der Wirtschaftsnobelpreisträger warnte: Greift der Staat zu aktiv in die Wirtschaft ein, wird er anfällig für die Einflussnahme von Interessengruppen. Genau das passiert in der Schuldenkrise. Auf Staatsversagen folgt Staatsversagen.

Vor wenigen Tagen ist der große Ökonom und Nobelpreisträger James Buchanan aus Virginia gestorben. Mit Buchanan geht eine mächtige Stimme für die Freiheit.

In den über 60 Jahren seines wissenschaftlichen Wirkens hat er einen wesentlichen Beitrag und große Impulse für weitere Arbeiten anderer zur Erklärung der Logik kollektiver Entscheidungen geleistet. Ihm verdanken wir die Einsicht, dass Politik nach ökonomischen Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Als Buchanan gemeinsam mit Gordon Tullock das Buch "The Calculus of Consent" war die Idee, die ökonomische Theorie auf politische Akteure anzuwenden, neu und erzeugte heftige Diskussionen. Heute lernen das die Studierenden in einem frühen Semester; es handelt sich fast schon um Allgemeinplätze. Den Namen Buchanan hören sie dabei vermutlich gar nicht.

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Buchanan war zum Einen wie erwähnt Mitbegründer der sog. Public-Choice-School, die politische Entscheidungen mit Hilfe der ökonomischen Theorie und empirischer Methoden zu verstehen versucht. Diese auch als (in Abgrenzung zu Karl Marx) Neue Politische Ökonomik bekannte Denkrichtung ist inzwischen im Mainstream der Volkswirtschaftslehre angekommen. Daneben hat er auch die Verfassungsökonomik als eine Teildisziplin etabliert; sie beschäftigt sich mit der Organisation einer Gesellschaft, sozusagen den Spielregeln. Verfassungsökonomen interpretieren den Staat als einen Gesellschaftsvertrag, dem alle Bürger deshalb zustimmen können, weil die Zukunft offen ist und sich alle hinter dem sprichwörtlichen Schleier der Ungewissheit befinden.

In dieser Welt der Verfassungsökonomen gibt es eine klare Arbeitsteilung, die sich vereinfacht wie folgt darstellt. Der Staat ist Regelsetzer (als Stellvertreter und Beauftragter der Bürger) und Regeldurchsetzer, die Privaten spielen innerhalb dieser Regeln das Spiel des Lebens; auch und vor Allem in der Wirtschaft. Es ist somit impliziert, dass staatliche Organe sich aus dem täglichen Wirtschaftsgeschehen weitgehend herauszuhalten haben und dass ihre Rolle in der Wirtschaft darauf beschränkt ist, Marktversagen zu beseitigen. Greift der Staat zu aktiv in die Wirtschaft ein, wird er anfällig für die Einflussnahme von Interessengruppen. Der Glaube an die Allmacht der Politik sowie die Gutwilligkeit der Politiker ist bei Verfassungsökonomen und politische Ökonomen sehr begrenzt.

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