ThemaÖkonomen

Kommentare zu: Welche Rolle spielen Ökonomen in der Gesellschaft?

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16 Kommentare
  • 06.09.2013, 11:03 UhrMatthes

    "Ökonomen"
    mögen in der Wirtschaft ihre Rolle haben. Aber aus der großen Politik sollten sie sich raushalten. Da kommen dann reine Politikplatitüden oder klare Lobbyaussagen rüber. Ökonomisch sinnvolles ist mit da noch nicht aufgefallen.

  • 06.09.2013, 11:37 Uhrcuriosus_

    @Andreas Freytag, die 1.

    Zitat: „Anders als Naturwissenschaftler können Sozialwissenschaftler - und dazu sind Ökonomen wohl zu zählen - keine kontrollierten Experimente durchführen.“:

    Falsch. Auch in den Naturwissenschaften gibt es Fachrichtungen (z.B. die Astronomie) in denen keine „kontrollierten Experimente“ durchführbar sind. Trotzdem sind auch diese Wissenschaftszweige erfolgreich.

    Andererseits lassen sich auch in der Ökonomie „kontrollierten Experimente“ durchführen, z.B. im Rahmen der Spieletheorie (Nash-Gleichgewicht etc.).

    Ich würde die Ökonomie daher eher mit dem naturwissenschaftlichen Fachgebiet „Klimaforschung“ vergleichen. Auch hier handelt es sich um ein hochkomplexes, vielseitig rückgekoppeltes System. Und hier gibt es div. Simulationsansätze, die aufwendigst auf den leistungsfähigsten Großrechnern laufen und durchaus kontrovers in der fachwissenschaftlichen Community diskutiert werden. Und hier ist durchaus eine Konvergenz der Modelle zu beobachten.

    So etwas fehlt in der Ökonomie. Als Außenstehender gewinnt man da den Eindruck, dass dort eher Religionen mit Glaubenssätzen vorliegen.

  • 06.09.2013, 11:38 Uhrcuriosus_

    @Andreas Freytag, die 2.

    Zitat: „Es werden dabei politische Rahmenbedingungen vorausgesetzt, die natürlich eine gewisse Konstanz aufweisen müssen. Die Vorhersagekraft solcher Modelle hängt erst recht von der Konstanz der Rahmenbedingungen ab.“

    Was soll das? Zu wissenschaftlichem Vorgehen gehört natürlich, dass Parametervariationen durchgespielt werden (s. Klimamodelle). Das geht natürlich nur, wenn solche Modelle in entsprechender Form (auf Computern) vorliegen. Es ist für eine „Wissenschaft“ schon beinahe eine Bankrotterklärung, wenn sie nur unter konstanten Rahmenbedingungen (Parametern) funktioniert.

    Zitat: „Im ersten Fall führte die als Eigenheimförderung ausgestaltete amerikanische Sozialpolitik im Verbund mit laxer Geldpolitik und innovativem (aber nicht unbedingt gemeinwohlorientiertem) Verhalten der Finanzmarktakteure (Stichwort strukturierte Anlageobjekte) zum Aufbau und zum Platzen einer Immobilienblase. Die Eurokrise ist vor dem Hintergrund der Notwendigkeit konstanter Rahmenbedingungen ebenfalls ein Problem für Prognostiker. Sie ist das Ergebnis unsolider Fiskalpolitik im Verbund mit zumindest ideenreicher – manche meinen sogar rechtswidriger - Interpretation der Regeln der EWU.“

    Ja - oh Gott o Gott! Da hat sich die Realität nicht an die Modelle mit „Konstanz der Rahmenbedingungen“ gehalten! Wenn Sie so etwas unter Naturwissenschaftlern äußern würden, würden Sie zuerst nur ungläubiges Staunen und dann einen Rauswurf ernten.

    Natürlich erwarte ich von einer Wissenschaft, dass sie geänderte Rahmenbedingungen (die ja nicht geheim, sondern für alle interessierten sichtbar sind!) in ihren Modellen berücksichtigt und daraus pot. Gefahren für die Zukunft ableitet.

    Die Ökonomie ist sicher sehr komplex, wahrscheinlich noch komplexer als die Klimaforschung. Aber Ihre Ausführungen kommen einer Bankrotterklärung ziemlich nahe.

    • 06.09.2013, 15:16 UhrDissident

      Ein Klimamodell kann das Wetter für knapp 2 Tage vorhersagen. Was sonst passiert, ist nichts Anderes als ideologisch verbrämte Meinungsmache.

      Wenn man Theorien in den Sozialwissenschaften bewerten will, dann sollte man die wirtschaftstheoretischen Grundlagen offenlegen. Eine Theorie ist brauchbar, wenn sie für zutreffende Prognosen genutzt werden kann. In diesem Sinn ist übrigens die von Prof. Hankel vorgelegte Theorie über die Entwicklung des Euros aus dem Jahre 1999 extrem genau: sie sagte alles vorher, was wir heute erleben - auch wenn Prof. Hankel selbstverständlich nicht das Ausmaß krimineller Energie der Politiker einzuschätzen wußte.

      Trotzdem wird Prof. Hankel heute immer noch als Euro"skeptiker" dargestellt. Dabei ist er ein Eurorealist. Prof. Hankel sagt übrigens auch den gemeinsamen Staatsbankrott der Eurozone voraus. Das ist dann der letzte Akt in seinem Modell. Warum sollte ich das als unglaubwürdig zurückweisen, wenn er bislang mit seinem Modell so gut wie alles im Zusammenhang mit dem Euro diagnostisch einwandfrei explizierte?

    • 06.09.2013, 16:29 Uhrcuriosus_

      @Dissident

      Zitat: "Ein Klimamodell kann das Wetter für knapp 2 Tage vorhersagen."

      Falsch. Was Sie meinen ist die Wettervorhersage.

      Wikipedia: "Klimamodelle stellen die komplexesten und rechenaufwendigsten Computermodelle dar, welche bisher entwickelt wurden. Die „Hochrechnungen“ der Klimamodelle sind naturgemäß unsicherer als die der Wettermodelle, da hier wesentlich größere Zeiträume in Betracht gezogen und eine große Zahl zusätzlicher Parameter berücksichtigt werden müssen." (http://de.wikipedia.org/wiki/Klimamodell)

      Und dabei geht es nicht um Tage, da geht es um Jahrzehnte.

    • 06.09.2013, 16:39 Uhrcuriosus_

      @Dissident

      Zitat: "Warum sollte ich das als unglaubwürdig zurückweisen, wenn er bislang mit seinem Modell so gut wie alles im Zusammenhang mit dem Euro diagnostisch einwandfrei explizierte?"

      Ganz so einfach ist es dann doch nicht. An so einer Argumentation scheitern regelmäßig Aktienfonds, die zwar durchaus in der Vergangenheit richtig lagen, aber in der Zukunft dann doch versagen.

      Da muss man schon genauer hinschauen, allein mit „hat bisher gepasst, wird deshalb zukünftig auch passen“ ist es nicht getan. Was nicht heißen soll, dass Prof. Hankel nicht recht hat und sein Modell stimmt.

  • 06.09.2013, 11:38 Uhrmathias

    Die ganze Problematik in einem Satz:

    "Standardwissen in den Lehrbüchern"

    Und genau das ist seit Jahrzehnten bestandteil der Politik
    denn ein frei entfaltbarer Ökonom ist NICHT kontrolllierbar.
    Deshalb auch die neuesten Beschlüsse G20.
    Folglich auch das Bestreben mancher Wirtschaftprofessoren in der
    Politik mitzumischen um der Bedeutungslosigkeit zu entkommen.

    • 06.09.2013, 12:48 Uhrcuriosus_

      @mathias

      Zitat: "Und genau das ist seit Jahrzehnten Bestandteil der Politik
      denn ein frei entfaltbarer Ökonom ist NICHT kontrollierbar."

      Genau da liegt die Crux. In der Ökonomie geht es um sehr viel Geld, und damit um handfeste Interessen. Und kein Politiker möchte sich von allgemein anerkannten und validierten ökonomischen Modellen in seiner Handlungsfreiheit einschränken lassen. Also hält sich jeder seine „Haus- und Hof-„ Ökonomen, und die Wirtschaft schaut schon 2 mal drauf, dass ihr kein Ökonom in die Quere kommt. Unter dem Gesichtspunkt ist es dann optimal, wenn es verschiedene „Denkschulen“ gibt die sich gegenseitig paralysieren. Damit können alle leben, auch wenn das nicht der Sache (Wissenschaft) dient.

      So etwas wie in der Klimaforschung kann nur dann zustande kommen, wenn man die Fachwissenschaftler nahezu frei von äußeren Einflüssen arbeiten lässt (und auch mit den nötigen Ressourcen ausstattet). Und sich diese Fachleute nicht von externen Interessen instrumentalisieren lassen.

      Dann sollte das Herr Freytag aber auch akzeptieren und nicht versuchen seine Pseudowissenschaft zu rechtfertigen bzw. das schlechte öffentliche Meinungsbild seiner Profession zu entschuldigen. Die dient nämlich im Wesentlichen nur dazu die entsprechenden Interessenträger/Lobbyisten mit Munition zu versorgen.

  • 06.09.2013, 15:37 UhrAngelika

    Für alle die die Wahrheit wissen wollen
    Professor Starbatty spricht auf einem Event der Alternative für Deutschland in Frankfurt
    Er redet Klartext und erklärt worum es der AfD geht und wie der Karren von den Blockparteien in den Dreck gefahren wurden.
    Ankucken und AfD wählen und gleich mitmachen!!
    http://www.youtube.com/watch?v=qDLB3PDgGFQ
    Prof. Starbatty über die AfD
    http://www.youtube.com/watch?v=EINvhHZCwVQ
    "Wirtschafts- und Währungsunion oder Souveränität ?" Vortrag von Wirtschafts- und Staatsrechtler Prof. Dr. iur. Karl-Albrecht Schachtschneider, ab Minute 19
    http://www.youtube.com/watch?v=stR8m1JD6-k
    Zahlen und Fakten der Eurokrise von Beatrix von Storch
    http://www.youtube.com/watch?v=WwXwRTsWjgw
    Kucken Sie Prof. Hankel. Dann wird klar warum die EU und der Euro keinen Sinn macht. Aussteigen und nicht abwarten!
    Erklärungen für die Krise
    http://www.youtube.com/watch?v=ocol_COB2us
    http://www.youtube.com/watch?v=46kZoQ8SL1I
    http://www.youtube.com/watch?v=LXJF1doM3iQ
    http://www.youtube.com/watch?v=126aPSOtXQw
    ESM
    http://www.youtube.com/watch?v=126aPSOtXQw
    Krise Teil 1
    http://www.youtube.com/watch?v=FhNpJD_PecM
    Krise Teil 2
    http://www.youtube.com/watch?v=U302yav_ux8
    Teil 3
    http://www.youtube.com/watch?v=P5eNoaC42To
    http://www.youtube.com/watch?v=W-obeAXJ284
    AfD ist die einzige Alternative zur alternativlosigkeit aller derzeitig gewählten Parlamentariern.

    Der Inhalt des ESM Vertrages
    http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0&feature=player_embedded
    Lucky und die Kanzelette - Noch nicht zu spät
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    und andere Folgen
    https://www.youtube.com/results?search_query=lucky+und+die+kanzelette
    http://www.stern.de/politik/deutschland/rhetorikanalyse-fuer-wie-dumm-haelt-frau-merkel-ihr-volk-2050936.html

  • 06.09.2013, 16:45 UhrKabus-wiwo

    @Dissident

    Zu ergänzen wäre noch, dass man inzwischen kein Wirtschaftswissenschaftler mehr befragen muss, um zu erkennen, wohin es mit dem Euro und der Eurozone geht. Diese Eurofanatiker unterstellen immer nur das Optimum an Voraussetzungen, um ihr verantwortungsloses Handeln zu rechtfertigen. Vor Lügen, Halbwahrheiten, Verdrehungen und Falschdarstellungen wird zurückgeschreckt. Kommt deren "Denkmodell" etwas dazwischen, weil da ein Staat doch mal wieder die Bilanzen frisiert hat, eine kriegerische Auseinandersetzung in Nahost oder die Weltwirtschaft läuft wieder mal nicht wie gebraucht, weil in Brasilien oder sonstwo eine niedliche Blase geplatzt ist - dann heißt es unisono "das hat man doch nicht ahnen können".

    Und noch ein Unterschied : Bei der Wettervorhersage richten sich in den in Betracht kommenden Regionen die öffentlichen Einrichtungen auf das Bevorstehende ein. Den Politikern können Sie in Sachen €uro sagen, was sie wollen - man erntet nur Kommentare/öffentliche Herabsetzungen, wie "nationalistisch" usw.

    Das es so läuft, wie es läuft, hat seine Ursache darin, dass es zum einen das Geld und die Arbeit der Steuerzahler ist, dass auf den Casinotisch geworfen wird und zum anderen, dass keiner dieser machtbesessenen Politiker persönlich haften muss. Und die fehlende persönliche Haftung ist auch der Grund, warum es im Bundestag nur so von diesen machtirren Typen wimmelt. Realpolitiker haben in diesem kranken System Null Chance.

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