G7-Intervention: Stützung des Yen nicht von Dauer

G7-Intervention: Stützung des Yen nicht von Dauer

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Japanische Yen- und amerikanische Dollarnoten

von Elke Pickartz

Um das krisengeschüttelte Japan zu entlasten, haben die G7-Staaten erstmals seit zehn Jahren gemeinsam am Devisenmarkt interveniert, um den Kurs des Yen zu drücken. Das ist in dieser Lage das richtige Signal – doch wie lange hält die Wirkung vor?

Es war eine Nacht- und Nebelaktion: In der Nacht zum Freitag beschlossen die Finanzminister und Notenbanken der sieben führenden Industriestaaten (G7)  in einer Telefonkonferenz, gemeinsam Yen zu verkaufen, um den Kurs der japanischen Währung zu drücken. Sie war am Donnerstag auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg von 76,25 Yen zum Dollar geklettert.

Der offensichtlich Grund: Die Märkte erwarten, dass die Japaner in Reaktion auf Erdbebenkatastrophe und Atom-Gau ihre im Ausland angelegten Gelder repatriieren, um das Land aufzubauen. Das Einschreiten zeigte zunächst Wirkung, der Yen gab am Freitag deutlich nach und notierte zuletzt wieder auf Niveaus vor dem Erdbeben.

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Weitere Interventionen dürften folgen

Die schnelle Intervention ist ein wichtiges Signal und kommt zur richtigen Zeit: Ein am Boden liegendes Land kann sich nicht auch noch eine starke Währung leisten, die die Ausfuhren des Exportlandes weiter verteuern und die dringend gebrauchte Konjunktur ausbremsen würde. Zumindest kurzfristig ist das Feuer gelöscht.

Doch wird die Intervention auch nachhaltig sein? Schwierig wird es, wenn nun tatsächlich zu massiv japanisches Kapital zurück ins Land fließt, weil die Japaner ihre Gelder repatriieren. Denn dies würde den Yen nachhaltig stärken und die Intervention neutralisieren. Mit nur einer Intervention ist es also nicht getan, weitere dürften in der nächsten Zeit folgen.

Nachhaltigkeit der Intervention fraglich

Doch Interventionen sind auf Dauer ein stumpfes Schwert, da sie mit jeder neuen Akrtion ihre Signalwirkung verlieren. Will man den Yen tatsächlich nachhaltig auf niedrigerem Niveau stabilisieren, müsste sich weltweit die Geldpolitik ändern. Das aber hieße, die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank (EZB) müssten endlich ihre expansive Geldpolitik zurückfahren und damit Japan mehr Spielraum für seine Geldexpansion lassen. Vor allem die Liquiditätsschwemme der Amerikaner war es ja, die den Yen im letzten Jahr massiv unter Aufwärtsdruck gesetzt hat. Doch ein solcher schneller Schwenk der Fed ist nicht in Sicht.

Gemeinsame Yen-Interventionen sind in dieser Lage geboten und ein Schritt in die richtige Richtung. Ihre Nachhaltigkeit ist indes fraglich. Von einer koordinierten Geldpolitik im Sinne einer japanischen Katastrophenhilfe ist die Welt noch meilenweit entfernt. Mehr Gas in diese Richtung könnte allen Seiten nur gut tun.

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