Gbureks Geld-Geklimper: Das Inflationsgespenst wird Realität

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Kolumne von Manfred Gburek

Notenbanken und Regierungen wollen auf keinen Fall, dass es zur Deflation kommt. Also werden sie die Inflation in Kauf nehmen müssen. Einen Mittelweg gibt es nicht. Anleger sind gewarnt.

Es ist höchste Zeit, sich mit dem Thema Inflation zu beschäftigen. Welche Inflation? Das werden sogleich viele Leser einwenden; die schlappen aktuellen 1,8 Prozent Inflationsrate seien nur Peanuts. Doch eben das sind sie nicht, denn immerhin lassen sie die Renditen von Tages- und Festgeld, Bundesanleihen und Rentenfonds real ins Minus abrutschen. Dieser Effekt hat unter dem Begriff finanzielle Repression ja schon längst Eingang in die Sprache der Anleger gefunden. Er besagt, dass Schuldner – Banken, Staaten, Unternehmen und andere – sich über die Entwertung ihrer Schulden mittels Inflation von diesen zu Lasten der Anleger sukzessive befreien.

Wer das rechtzeitig erkannt hat, ist in Sachwerte eingestiegen. Oder treffender formuliert, was man allgemein für Sachwerte hält: erst in Gold und Silber, dann in Aktien und Immobilien, zuletzt womöglich in Oldtimer vom Typ Porsche oder sogar BMW Isetta. Und weil deren Preise zum Teil kräftig gestiegen sind oder immer noch steigen, gibt es auch dafür einen passenden Begriff: Asset Inflation. Er reiht sich nahtlos ein in die Inflationitis, die wir seit über einem Jahrhundert erleben: schleichende, trabende, galoppierende, aufgestaute, importierte, exportierte, gefühlte, manipulierte und erwartete Inflation. Dazu Monat für Monat die offiziellen Zahlen aus dem Statistischen Bundesamt, von Eurostat und von den weiteren führenden Wirtschaftsblöcken der Welt, fertig ist die Begriffsverwirrung.

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Politik der Notenbanken Inflation lässt sich nicht steuern

Nicht alles, was möglich ist, ist volkswirtschaftlich auch heilsam, schrieb Arthur Salz 1932 über die Politik der Notenbanken in dem Vorgänger der WirtschaftsWoche. Die Aussagen sind erschreckend aktuell.

Quelle: dpa

Überall Geldvermehrung

Es wird indes noch komplizierter. Denn ganz egal, um welche Art von Inflation es geht, es handelt sich nicht um blanke Zahlen, sondern allemal um dynamische Prozesse: Der schleichenden Inflation folgt in der Regel die trabende und dieser die galoppierende, wie im Deutschen Reich zu Beginn der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Oder um auf zwei jüngere Beispiele zu kommen: Während der vergangenen Jahre hielten in den USA Computer mit doppelter Geschwindigkeit Einzug in die Statistik der Verbraucherpreise, indem man sie dort nur noch mit dem halben Preis einsetzte, schon war die Inflationsrate nach unten manipuliert. Und was derzeit in Japan geschieht, ist an Dynamik kaum zu überbieten: Auf Geheiß der Regierung peilt die Notenbank des zwei Jahrzehnte lang von der Deflation gepeinigten Landes 2 Prozent Inflation an und überschüttet zu diesem Zweck die Finanzmärkte mit Yen.

Dagegen wirken - wie zuletzt wieder an diesem Mittwoch – die mit viel unverständlicher Rhetorik kommentierten Geldvermehrungskünste von Fed-Chef Ben Bernanke zunächst harmlos, so wie die von EZB-Präsident Mario Draghi zuvor. Doch in Wahrheit sind sie alles andere als das, denn beide Geldzauberer befinden sich in einem Dilemma: Sie müssen die Inflationserwartungen - notfalls mithilfe der Vorgabe von Inflationszielen - gerade so hoch halten, dass in der Wirtschaft weder Inflations- noch Deflationsmentalität aufkommt. Im ersten Fall drohen nämlich Preise wie auch Zinsen nach oben zu schießen, während im zweiten Fall Unternehmer und Verbraucher wegen der Aussicht auf niedrigere Preise mit Ausgaben warten und so die Wirtschaft in eine Depression abgleiten lassen würden.

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8 Kommentare zu Gbureks Geld-Geklimper: Das Inflationsgespenst wird Realität

  • Baumarkt Praktiker Insolvenz, Probleme des Einzelhandels allgemein,
    der deutschen Automobilhersteller, überbordende Angebote überall
    für das was der Mensch nur zweitrangig benötigt, Geld der "Zentral-
    Notenbanken" im (it-) Überfluss. Reisen billig, billig, für die
    Masse, nicht aber für die Klasse, usw. Sind das u.a. Zeichen für
    Inflation hier ? Meines Erachtens weniger. Deflation ? Der Mensch wird (wieder) lernen (müssen) bescheidener zu werden wenns (auch mir) schwerfällt und wer (mehr) verkaufen will muss überlegen wie er das hinbekommt, seine Sachen an den Mann / die Frau bringt.
    Qualität wird wieder mehr zählen ? Mit höheren Preisen in der Masse vermutlich zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht so leicht. Nun, man wird sehen wenn es losgeht mit dem Schulden- Zurückzahlen (an wen, bleibt ungenannt). Übrigens kleiner Tipp zum Klamottenkauf: Zweite Hand in Hamburgs Galleria, erste Sahne für In- Junge, u. a. aber auch feinste Sachen für den älteren "seriösen" Herrn. Zweiter Tipp: Iss und trink die Hälfte das bekommt besser...

  • Machen Sie sich die Mühe, es lohnt sich:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Stagflation
    Da gibt es keinen Ausweg, das Gerede von entweder Deflation und Inflation soll nur vortäuschen, man könne etwas tun.

  • Die Inflation ist längst da. Leider konzentriert man sich immer nur auf die nominale Geldentwertung die in der Tat relativ gering ist. Entscheidend ist aber das Verhältnis von Geldentwertung zu Zinssatz und da sind wir heute schon in Regionen vorgestoßen wie in den 1970er Jahren. Damals war die Geldentwertung zwar deutlich höher, gleichzeitig aber auch die Zinsen. Fakt ist, die Sparer verlieren Geld und das wird über die Druckmaschinen der EZB an die Schuldenmeister umverteilt. Dieses infame System muss ein Ende haben, denn es führt zwangsläufig zu einer Implosion. Wo Schulden machen gefördert und sparen bestraft wird ist der große Crash nur eine Frage der Zeit.

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