Gbureks Geld-Geklimper: Die Droge Geld und die eingebildete Deflation

ThemaInflation

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Die Droge Geld und die eingebildete Deflation

Bild vergrößern

Der EZB bleibt kaum etwas anderes übrig, als den USA und Japan nachzueifern.

Kolumne von Manfred Gburek

Die lockere Geldpolitik ist längst noch nicht zu Ende. Der EZB bleibt kaum etwas anderes übrig, als den USA und Japan nachzueifern. Allmählich spricht sich herum, mit welchen Methoden.

Wieder einmal geht das Gespenst der Deflation und damit die Angst vor einem Crash um. Als Argumente müssen herhalten: die verminderten Anleihenkäufe der US-Notenbank Fed, die Börsenturbulenzen in einigen Schwellenländern und schrumpfende Bankkredite speziell in der Eurozone. Alles zusammen ist überwiegend an den Haaren herbeigezogen. Denn weder hat die Fed ihre Anleihenkäufe beendet noch war die Aufregung an den Schwellenländerbörsen besonders groß (sondern in Tokio) noch erweist sich das Schrumpfen der Euro-Bankkredite als unaufhaltsam.

Anzeige

Das erste Argument ist lächerlich, weil die Anleihenkäufe der Fed trotz Verminderung um monatlich 10 Milliarden Dollar weiter gehen und ein Ende auf spürbar niedrigerem Niveau nicht abzusehen ist. Einschließlich der japanischen Stimuli addieren sich die Liquiditätsspritzen allein der USA und Japans auf monatlich 120 Milliarden Dollar. Die Droge Geld bleibt also immer noch so reichlich vorhanden, dass Deflation, nur weil 10 Milliarden Dollar weniger fließen, unwahrscheinlich ist.

Draghi lässt sich schon wieder etwas einfallen

Das zweite Argument unterstellt, dass die in Relation zu den 120 Milliarden Dollar eher unbedeutend um 10 Milliarden Dollar verminderten amerikanischen Stimuli angeblich den folgenden Effekt haben: Anleger zögen Geld aus Schwellenländern wie Indien, Indonesien oder Brasilien ab, um es in Dollar zu investieren, weil die USA neben den seit einiger Zeit erhöhten Anleihenrenditen auch mehr  Sicherheit böten. Dabei sprechen die jüngsten Daten zur US-Konjunktur kaum für einen Wirtschaftsaufschwung, der diesen Namen verdient, sodass die Fed ihre Anleihenkäufe nicht mal eben drastisch reduzieren wird. Und zu argumentieren, die genannten Schwellenländer litten unter Geldabzügen, ist in Anbetracht der Fakten unsinnig. Bester Beweis: Innerhalb Jahresfrist sind deren Währungen im Verhältnis zum Dollar und zum Euro entweder leicht gestiegen (indische Rupie und indonesische Rupiah) oder nur geringfügig gefallen wie der brasilianische Real.

Gbureks Geld-Geklimper Die böse und die gute Inflation

Die Erfahrung der 70er und 80er lehrt: Gerät die Inflation erst einmal in Schwung, lässt sie sich kaum bremsen. Das ist der Grund, warum es im EZB-Rat Streit gibt – und warum der Goldpreis nicht vom Fleck kommt.

huGO-BildID: 34039229 ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Euro-Münze steht am Montag (10.09.2012) in Köln auf einem Mousepad mit Euro-Symbol. Die Europäische Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht am Freitag (29.11.2013) Zahlen zur Inflation im Euroraum für November (erste Schätzung). Foto: Oliver Berg/dpa (zu dpa-Meldung vom 29.11.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Das dritte Argument scheint da ungleich schwerer zu wiegen, weil schrumpfende Bankkredite die Konjunktur dämpfen und letzten Endes zur Deflationsmentalität führen könnten. Damit würden Schulden über kurz oder lang real steigen und auf Kredite angewiesene Unternehmen wie auch verschuldete Privatleute in die Bredouille bis hin zur Pleite geraten.

Die daraus erwachsende Gefahr ist indes weniger groß, als Pessimisten unterstellen, weil die Europäische Zentralbank sie bereits erkannt hat: Kein Geringerer als ihr Präsident Mario Draghi persönlich deutete beim Weltwirtschaftsforum in Davos an, die EZB könne den Banken Kredite abkaufen, auf diese Weise deren Bilanzen entlasten und so vor allem den Banken in den Euro-Krisenländern dazu verhelfen, neue Kredite zu gewähren.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%