Geldpolitik der Notenbanken: Die Notenpressen der Zentralbanken laufen

Geldpolitik der Notenbanken: Die Notenpressen der Zentralbanken laufen

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Der Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve Bank Ben Bernanke pumpt ein Billon Dollar in den Geldkreislauf um die amerikanische Wirtschaft zu beleben

Der Kampf der Notenbanken gegen Finanzkrise und Rezession wird immer verzweifelter. Eine Übersicht der Maßnahmen in den USA, Europa und Japan.

Mit zunehmender Dauer der Finanz- und Wirtschaftskrise geben immer mehr Zentralbanken die klassische Geldpolitik auf. Nachdem einige Institute bereits bei einem Leitzins von Null angelangt sind und hier keinen Handlungsspielraum mehr haben, weichen sie auf umstrittene Alternativen aus. Die im Fachjargon „quantitative easing" (quantitative Lockerung) genannten Maßnahmen mehren die Geldmenge. Dazu kaufen die Notenbanken in großem Stil Staatspapiere, Unternehmensanleihen oder Aktien und pumpen so frisches Geld in ihre Volkswirtschaften.

Das Funktionsprinzip der Geldpolitik der Notenbanken ist dabei das gleiche wie bei den bekannten Leitzinssenkungen: Wenn die Geschäftsbanken leichter und günstiger Geld von den Zentralbanken bekommen, können sie bereitwilliger Kredite an Firmen- und Privatkunden vergeben. Mit dem Geld sollen Investitionen und Konsum steigen und somit die Konjunktur angekurbelt werden.

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Hier eine aktuelle Übersicht:

US-Notenbank Federal Reserve ("Fed")

Fed-Chef Ben Bernanke macht Ernst: Gestern verkündete er den lang erwarteten Ankauf von Staatsanleihen (bis zu 300 Milliarden Dollar in den kommenden sechs Monaten) durch die Zentralbank. Zusätzlich sollen bereits laufende Programme zur Entlastung der Kredit- und Immobilienmärkte etwa verdoppelt werden. Insgesamt werden diese Maßnahmen mehr als eine Billion Dollar in den Wirtschaftskreislauf pumpen. Bereits seit vergangenem Herbst sammelt die Fed Geldmarktpapiere ein und stützt so den Markt für die kurzfristige Refinanzierung vieler US-Unternehmen. Das Programm läuft bis Ende Oktober.

Seit Januar kauft die Fed außerdem Schuldtitel der drei wichtigsten Immobilienfinanzierer auf. Zusätzlich erwirbt sie zur Stützung des Immobilienmarktes, an dem die Finanzkrise 2007 ihren Anfang genommen hatte, weitere hypothekenunterlegte Papiere von bis zu 500 Milliarden Dollar. Darüber hinaus will sie direkt Kredite an Haushalte und kleine Firmen vergeben. Zusätzlich stehen eine Billion Dollar für den Ankauf weiterer Kreditpapiere zur Verfügung, um Darlehen an Studenten zu ermöglichen und Kreditkartenfirmen zu stützen. Diese Programme sind befristet bis Ende Dezember.

Seit Dezember 2008 liegt der Leitzins der Fed zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Auch wenn Bernanke an eine Konjunkturerholung noch im Jahr 2009 zu glauben scheint, rechnen Experten damit, dass der Zinssatz mindestens bis Jahresende auf diesem Niveau verharren wird.

Bank of England (BoE)

Die britische Notenbank hat Mitte Februar begonnen, Unternehmensanleihen, Geldmarktpapiere und weitere Wertpapiere in einem Volumen von bis zu 50 Milliarden Pfund (53 Milliarden Euro) anzukaufen. Sie nimmt inzwischen den Banken auch mittel- und langfristig laufende Staatsanleihen im Volumen von bis zu 75 Milliarden Pfund (80) ab. Insgesamt stehen der BoE 150 Milliarden Pfund (160) für diese Geschäfte zur Verfügung.

Der Leitzins in Großbritannien, das besonders stark unter der Krise leidet, liegt bei nur 0,5 Prozent.

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