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Geldpolitik: EZB hat über Zinssenkung diskutiert

Quelle: Handelsblatt Online

Der Druck auf die Europäische Zentralbank ist groß, mehr zur Bekämpfung der Schuldenkrise zu tun. Anfang Juni wurde laut EZB-Ratsmitglied Coeure über eine mögliche Zinssenkung diskutiert. Doch die sei kein Allheilmittel.

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Quelle: dapd
Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Quelle: dapd

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Angaben ihres Direktoriumsmitglieds Benoit Coeure auf ihrer vergangenen Sitzung über eine Zinssenkung debattiert und wird dies wohl auch auf ihrer nächsten Sitzung tun. Allerdings müsse bedacht werden, dass eine Zinssenkung der schwächelnden Wirtschaft zwar eine gewisse Unterstützung bringen könne, aber kein Allheilmittel sei, sagte der Franzose der "Financial Times" laut Vorab-Bericht aus der Donnerstag-Ausgabe. "Es (eine Zinssenkung) würde sicher nicht die fundamentalen Probleme lösen."

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Vor einigen Tagen hatte bereits EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der EZB genährt. "Die EZB hat weitere Instrumente zu ihrer Verfügung - auch in Bezug auf die Zinspolitik", hatte er in Wien erklärt. Dabei sprach er überraschend auch davon, dass eine Senkung des Einlagezinssatzes auf null "natürlich vorstellbar" sei. Derzeit können die Banken Geld bei der EZB zum Zinssatz von 0,25 Prozent über Nacht parken. Den Leitzins hatten die Notenbanker um EZB-Chef Mario Draghi zuletzt trotz der Euro-Krise bei 1,0 Prozent belassen. Allerdings hatte Draghi eingeräumt, dass einige Zentralbanker bereits für eine Senkung plädierten.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 20.06.2012, 23:28 UhrWegweiser

    Die EZB ist zur einer Entschuldungs- und Inflationierungsbank umgestaltet worden. Esperanto-Währung nannte Peter Gauweiler den Euro einmal vor seiner Einführung. Und genau das ist diese Währung geworden; Glaubwürdigkeit, Vertrauen und nachhaltige Ausrichtung zu einer stabilitätsorientierten Geld- und Währungspolitik können kaum mehr erwartet werden.

    Die primäre Aufgabe der EZB ist es geworden, diese Eurozone mit all ihren Mitgliedern zu erhalten, Staaten unbegrenzt zu finanzieren, angeschlagene Banken mit Liquidität auszustatten und die Grundsätze und Vorgaben, die in ihrer Satzung verankert sind, zu umgehen und permanent zu mißachten. Die Stimmgewichtungen innerhalb des Gremium sorgen dafür, dass man sich zu Lasten und auf Kosten der Hauptanteilseigner eine weitere expansive Geldmengenpolitik betreiben kann.

    Als Spar- und Anlagewährung kann der Euro nicht mehr angesehen werden, machtpolitische Vorgaben haben die funktionalen Aufgabenstellungen einer Währung verdrängt. Das Wort Währungsbetrug könnte man durchaus gelten lassen.

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