Geldpolitik: Inflationszahlen bremsen die EZB aus

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Geldpolitik: Inflationszahlen bremsen die EZB aus

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Deutet nichts auf eine mögliche Deflation hin, hat die EZB keine Legitimation zum Eingriff

von Tim Rahmann

Die Preise in der Euro-Zone sind im April gestiegen. Weniger stark als erwartet – aber dennoch bewegen sich die Kennzahlen vom kritischen Bereich weg. Die EZB ist damit zunächst ausgebremst.

Die Inflation in der Euro-Zone ist im April wieder leicht gestiegen. Allerdings zogen die Verbraucherpreise weniger stark an als erwartet und dürften der Europäischen Zentralbank (EZB) damit weiter Kopfschmerzen bereiten. Die Jahresteuerung stieg auf 0,7 Prozent, von 0,5 Prozent im März, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten ursprünglich sogar ein Plus von 0,8 Prozent erwartet. Allerdings hatte sich bereits am Dienstag nach den Inflationsdaten aus der größten Euro-Volkswirtschaft Deutschland angedeutet, dass die Zahl für den gesamten Währungsraum niedriger ausfallen könnte als gedacht.

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Dass die Preise überhaupt stiegen, liegt am Osterfest, das die Bürger zum konsumieren anregte – und die Händler zu Preiserhöhungen. Die Inflationszahlen sind derzeit deshalb so wichtig, da sie eine entscheidende Handlungsgrundlage für die Europäische Zentralbank sind. Im Hintergrund bringt sich die Notenbank in Stellung, bei Bedarf die Märkte mit Kapital zu fluten – um eine Deflation zu verhindern. Kreisen zufolge könnte die EZB ab Juni Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von bis zu einer Billion Euro aufkaufen, um die Preise künstlich hochzutreiben. Deutet nichts auf eine mögliche Deflation in Europa hin, fehlt den Notenbankern die Legitimation zum Eingriff.

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Zum Hintergrund: Von stabilen Preisen spricht die EZB bei Werten von knapp zwei Prozent. Trotz der niedrigen Inflation sehen die Notenbanker um EZB-Präsident Mario Draghi derzeit eher keine Gefahr einer Deflation. Solch ein Preisverfall auf breiter Front gilt als sehr schädlich für eine Volkswirtschaft, da Konsumenten in der Erwartung sinkender Preise ihren Konsum ebenso aufschieben wie Firmen ihre Investitionen.

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