Geldpolitik: US-Arbeitsmarktzahlen machen Weg für höhere Zinsen frei

Geldpolitik: US-Arbeitsmarktzahlen machen Weg für höhere Zinsen frei

, aktualisiert 10. März 2017, 15:26 Uhr
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Die Fed-Chefin könnte in der kommenden Woche die Leitzinsen weiter erhöhen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich besser entwickelt als von den meisten Analysten erwartet. Damit dürfte einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank in der kommenden Woche nichts mehr im Wege stehen.

WashingtonDer Jobmotor in den USA läuft rund und macht den Weg für eine Zinserhöhung in der nächsten Woche frei. Private Unternehmen und der Staat schufen im Februar insgesamt 235.000 Stellen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit 190.000 gerechnet.

Die separat ermittelte Erwerbslosenquote fiel auf 4,7 Prozent. Damit herrscht de facto Vollbeschäftigung – das erklärte Ziel der Notenbank. Die Federal Reserve hat für Mittwoch eine Zinserhöhung signalisiert. Es wäre die zweite binnen weniger Monate.

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Seit der Anhebung im Dezember liegt der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld in der Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Der Euro legte nach den Arbeitsmarktdaten zum Dollar zu. Vor der Börseneröffnung an der Wall Street zeichneten sich anziehende Kurse ab. „Eine Zinserhöhung in der kommenden Woche ist praktisch besiegelt“, sagt Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein voraus.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte einen brummenden Arbeitsmarkt als Bedingung für eine geldpolitische Straffung genannt. Begünstigt von der milden Witterung entstanden allein am Bau insgesamt 58.000 neue Stellen und damit so viele wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Der seit Januar regierende Präsident Donald Trump will die florierende Konjunktur mit Steuersenkungen und Investitionen noch stärker ankurbeln, was das Risiko einer Überhitzung der Wirtschaft birgt. Zudem hat er versprochen, der „größte Job-produzierende Präsident“ seines Landes zu werden, „den Gott je geschaffen hat“. Tatsächlich trug der Staat im Februar zum Boom bei: Es entstanden 8000 Stellen.

Zuletzt war die Inflation noch etwas unter der von der Fed angepeilten Marke von 2,0 Prozent geblieben. Yellen dürfte daher mit Erleichterung registrieren, dass die Stundenlöhne anzogen – und zwar im Durchschnitt um 0,2 Prozent. Die Fed will erreichen, dass sich der Aufschwung auf dem Gehaltszettel der Bürger bemerkbar macht und die Inflation ansteigt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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