Generation Ü50: Best Ager zwingen Städte zu Investitionen

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Generation Ü50: Best Ager zwingen Städte zu Investitionen

von Timo Stukenberg

Nahverkehr, altersgerechtes Wohnen, Pflegeeinrichtungen: Deutschlands große Städte müssen sich auf die wachsende Generation über 50 einstellen. Doch viele Investitionen werden aufgeschoben.

Eberhard Karwinski von Karwin hat viele Verbesserungsvorschläge - und die sind teuer. Der Vorsitzende des Cottbuser Seniorenbeirats zählt auf, was die älteren Menschen von ihrer Stadt erwarten: Der öffentliche Nahverkehr muss umgebaut, Wohnungen altengerecht und bezahlbar werden. Zusätzlich braucht Cottbus Pflegeeinrichtungen, Kultur- und Bildungsangebote, Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Die Stadtverordnetenversammlung hat dies erst im Dezember in ihren seniorenpolitischen Leitlinien festgeschrieben. „Die Problematik ist endlich im Stadtparlament angekommen“, sagt Karwinski von Karwin.

Fast jeder vierte Cottbuser ist zwischen 50 und 65 Jahre alt, Tendenz steigend. Im Vergleich der kreisfreien Städte ab 100.000 Einwohner liegt die brandenburgische Stadt damit an der Spitze. Heike Konzack, seit 2009 Cottbuser Seniorenbeauftragte, beeilt sich zu betonen: „Die seniorenpolitischen Leitlinien sind keine Wunschliste der Senioren.“ Viele Maßnahmen seien essentiell, um einen immer größeren Teil der Einwohner nicht vom täglichen Leben auszuschließen.

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Was genau passieren muss, ist allerdings noch nicht ganz klar. Bis Oktober 2014 will die Stadt einen Maßnahmenplan beschließen. Erst dann wird deutlich, wie viel die Stadt investieren muss, um der Generation Ü 50 gerecht zu werden – und wie viel sie investieren kann. Auch in anderen Städten wie Berlin, München oder Münster haben die Verwaltungen bereits Konzepte erarbeitet, um ihrer alternden Bevölkerung gerecht zu werden.

Investitionsstau von 53 Milliarden Euro

Deutschlandweit müssen Kommunen rund 53 Milliarden Euro in den Aus- und Umbau barrierefreier Infrastruktur stecken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) unter Vertretern von Kommunen. Der „hohe Nachholbedarf an barrierefreien Umbauten“ mache die hohen Investitionen notwendig.

Kommunen Die Städte drehen an der Steuerschraube

Die Städte müssen sparen, wissen aber nicht wo. Also heben sie Gebühren und Steuern an – oder erfinden neue. Etwa auf Handymasten.

Quelle: dpa

Konkret heißt das: In den kommenden Jahren müssen Bushaltestellen so umgebaut werden, dass ältere Menschen ebenerdig einsteigen können. Winterdienste sollen Straßen freigeräumt haben, bevor Menschen mit einem Rollator zum Arzt gehen. In Verwaltungsgebäuden und Wohnhäusern müssen Rampen und Aufzüge eingebaut werden. So viel zu den Ansprüchen.

Die Haushaltslage vieler Kommunen lässt allerdings auf eine andere Entwicklung schließen. Angesichts klammer Kommunen hat Busso Grabow, Leiter des Bereichs Wirtschaft und Finanzen am Difu, wenig Hoffnungen, dass die Städte derartige Investitionen bald angehen: „Die Städte können sich das nicht leisten.“ Ähnlich sieht das der Präsident des Deutschen Städtetags, Ulrich Maly. „Der Investitionsstau ist alarmierend“, sagte er kürzlich der Berliner Zeitung.

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