GfK-Konsumklima: Deutschland, hör' nicht auf die Stimmen!

KommentarGfK-Konsumklima: Deutschland, hör' nicht auf die Stimmen!

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Die Deutschen kommen mit prallen Tüten aus den Geschäften. Foto: dpa

von Mark Fehr

Der Frühling bricht aus, doch den Verbrauchern fehlt der Schwung. Trotzdem wollen schwächere EU-Länder Deutschland in eine Binnenwirtschaft verwandeln. Ein fataler Plan, meint WirtschaftsWoche-Redakteur Mark Fehr.

Während die Unternehmen gemessen am ifo-Geschäftsklima in Rekordlaune schwelgen, bleibt die Stimmung der deutschen Privathaushalte trüb.

Die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) prognostiziert für April eine stagnierende Verbraucherstimmung: Das monatlich durch Umfragen erhobene GfK-Konsumklima wird voraussichtlich auf seinem Vormonatsstand von 3,2 Punkten stagnieren.

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Zwar scheint der Abwärtstrend der vergangenen Monate damit vorerst gestoppt. Doch der Verbraucherindex lässt einen Aufschwung vermissen, den die deutsche Wirtschaft dringend braucht, um die Rezession hinter sich zu lassen.

Nicht nur für den April, sondern für das gesamte Jahr 2010 gilt: Der private Konsum wird keine Wachstumsimpulse liefern, sondern laut GfK-Prognose stagnieren. Angesichts dieser Aussichten wäre es fatal, die deutsche Wirtschaft auf ein Binnenmodell umzustellen.

Einige Politiker und Ökonomen aus dem europäischen Ausland fordern jedoch genau das.

Absurder Aufruf zur Exportschwäche

Erst kündigte der italienische Chefvolkswirt der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Ende dieser Woche anstehenden OECD-Länderbericht Kritik am deutschen Exportmodell an.

Dann schlug der luxemburgische Ministerpräsident und Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, Lohnerhöhungen für den deutschen öffentlichen Dienst vor. Diese sollen die Binnennachfrage zulasten des Exports stärken.

In dasselbe Horn blies die französische Finanzministerin Christine Lagarde und gab den Überschüssen des deutschen Außenhandels die Schuld für das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen den europäischen Staaten.

Zuletzt teilte auch der Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, in dieser Debatte gegen Deutschland aus.

Die anhaltende Konsumschwäche aber zeigt, dass die Binnennachfrage Deutschland nicht aus der Krise helfen kann. Dabei tut die Wirtschaftspolitik einiges, um die private Kaufkraft zu stützen. Der internationale Vorwurf einer unterlassenen Hilfeleistung für schwächelnde Verbraucher greift daher ins Leere.

Konsumanreize sind vorhanden

Ausgerechnet das in Deutschland auf besonders breiter Front gefahrene Modell der Kurzarbeit rettet die Jobs zahlreicher Arbeitnehmer, die ihre Stelle ohne staatliche Unterstützung längst verloren hätten.

Zudem werden die privaten Haushalte trotz klammer öffentlicher Kassenlage seit Anfang des Jahres durch höhere Kinderfreibeträge bei der Einkommensteuer und mehr Kindergeld entlastet.

Doch selbst diese Instrumente schaffen es nicht, dass Verbraucher in Massen Supermärkte und Warenhäuser stürmen. Freies Geld wird in der momentanen Situation verständlicherweise eher langfristig gespart als kurzfristig konsumiert.

Die Auslandsnachfrage und der Exportsektor bleiben also auf lange Sicht eine unverzichtbare Säule der gesamtwirtschaftlichen Leistung. Die Deutschen sollten sich ihren Wettbewerbsvorteil auf diesem Gebiet deshalb keinesfalls von neidischen europäischen Konkurrenten zerreden lassen.

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