GfK-Konsumklima: Was haben wir vom Aufschwung?

GfK-Konsumklima: Was haben wir vom Aufschwung?

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Noch kein Plus im Geldbeutel der Verbraucher

von Mark Fehr

Die Verbraucher glauben an den Boom. Trotzdem sinkt ihre Kauflust, denn mit mehr Geld in der Tasche rechnen momentan die wenigsten Konsumenten.

Die Deutschen vertrauen dem Aufschwung: Nach Meinung der meisten Verbraucher hält die wirtschaftliche Erholung in den nächsten Monaten an. Das zeigen die neuesten Interviews mit Konsumenten, die das Marktforschungsunternehmen GfK monatlich durchführt. Danach ist die Konjunkturerwartung im Oktober zum fünften Mal in Folge gestiegen. Die Mehrzahl der Befragten rechnet also damit, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten weiter verbessert.

Deutlich pessimistischer beurteilen die Verbraucher jedoch die Frage, ob und wann sich der Boom auch in ihren Geldbeuteln bemerkbar macht. Die Aussichten für die persönliche Finanzlage fallen im Oktober wesentlich gedämpfter aus als im Vormonat. Der GfK-Index für die Einkommenserwartung fällt auf den Stand vom August zurück.

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Vorsichtige Verbraucher

Die Konsumenten sind deshalb zurückhaltender mit größeren Anschaffungen. Ihre Neigung, höhere Beträge auszugeben, ist laut GfK-Umfrage aktuell gesunken. Trotz weit verbreiteter Konjunktureuphorie bleiben die Verbraucher also vorsichtig. Woran liegt das?

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hat vielen Berufstätigen die Angst genommen, in absehbarer Zeit den Job zu verlieren. Zudem konnten zahlreiche Arbeitslose eine neue Stelle ergattern – wenn auch oft nur befristet oder in Teilzeit. Insgesamt hat der Boom also die Arbeitnehmer profitieren lassen; die Stimmung der Konsumenten hat sich durch das Jobwunder nach der Krise deutlich gebessert.

Doch die Hoffnung, nicht nur sichere, sondern auch höhere Gehälter zu verdienen, wird sich nach Einschätzung vieler Verbraucher nicht so schnell erfüllen. Zwar forderte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) spürbare Lohnerhöhungen für die „Fleißigen“. Ökonomen wie Hans-Werner Sinn vom ifo Institut oder Ulrich Blum vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle warnen jedoch, dass Tarifsteigerungen an der falschen Stelle wichtige Investitionen abwürgen könnten.

Forscher optimistisch für 2011

Auch die Arbeitgeber aus Industrie und Baugewerbe sehen momentan keinen Spielraum für mehr Lohn und Gehalt. Üppige Verdienstsprünge wird es deshalb nicht von heute auf morgen geben. Das wissen die Verbraucher und halten sich mit Ausgaben vorsichtshalber zurück.

Doch schon im kommenden Jahr dürfte sich die Lage ändern: Deutschlands führende Wirtschaftsforscher rechnen laut ihrem Herbstgutachten mit einem Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter um 2,8 Prozent. Die verfügbaren Einkommen der Verbraucher werden nach Einschätzung der Ökonomen ebenfalls steigen, was den privaten Konsum nachhaltig beflügeln könnte.

Den Anfang will übrigens der Autozulieferer Bosch machen: Das Unternehmen kündigte an, für das Frühjahr 2011 geplante Gehaltserhöhungen auf Februar vorzuziehen. Die Bosch-Belegschaft kann sich dann über ein Lohnplus von 2,7 Prozent freuen.

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