Globale Herausforderung: Hohe Arbeitslosigkeit wird zum Dauerphänomen

ThemaKonjunktur

Globale Herausforderung: Hohe Arbeitslosigkeit wird zum Dauerphänomen

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In der spanischen Hauptstadt Madrid sind lange Schlangen vor dem Arbeitsamt keine Seltenheit. Die Arbeitslosigkeit ist hoch.

Über 200 Millionen Menschen auf der Welt suchen einen Job. Das Weltwirtschaftsforum prognostiziert: Es werden noch mehr. Auch in Europa wird die Zahl der Arbeitslosen steigen.

Es sind 2,5 Mal so viele Menschen, wie Deutschland Einwohner hat. In etwa die Zahl, die Brasilien, das fünftgrößte Land der Welt, an Einwohner zählt: 202 Millionen Menschen sind derzeit weltweit arbeitslos. Es ist eine gigantische Zahl, die hohe Risiken für das Zusammenleben auf der Erde birgt. Das Weltwirtschaftsforum prognostiziert in seinem jährlich erscheinenden Outlook on the Global Agenda, einem Report über die größten Herausforderungen der Zeit: Die Arbeitslosenzahlen werden beständig weiter wachsen. Neben der ungleichen Einkommensverteilung ist der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit die größte Aufgabe für Politik und Wirtschaft – noch vor der Umweltverschmutzung, dem zunehmenden Nationalismus und dem Mangel an politischer Führung in der Welt.

„Wenn der Trend, den wir in den letzten Jahren gesehen haben, anhält, ist es gut möglich, dass künftig ein Viertel der 25- bis 54-Jährigen ohne Job ist“, schreibt der bekannte US-Ökonom und Ex-Regierungsberater Larry Summers in dem Weltwirtschaftsforum-Bericht. Die Automatisierung habe selbst im boomenden China dazu geführt, dass Jobs verloren gehen. Durch den verstärkten Einsatz von Robotern und des 3D-Drucks würden die Arbeitsplätze immer weniger – selbst in Schwellenländern. Summers ist kein Kritiker der digitalen Transformation, er unterstreicht, dass es uns dank des technologischen Fortschrittes heute besser geht als je zuvor. Aber: „Wenn wir nicht handeln, laufen wir Gefahr, dass mehr Menschen abgehängt werden“, so Summers.

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Zum Hintergrund

  • Das Weltwirtschaftsforum

    Das Weltwirtschaftsforum ist eine internationale Organisation, die es sich zur Aufgabe macht, den Zustand der Welt durch öffentlich-private Zusammenarbeit im Sinne eines Weltbürgertums zu verbessern. Es beschäftigt sich zusammen mit Führungspersonen aus der Geschäftswelt, der Politik, dem akademischen und anderen Bereichen der Gesellschaft damit, globale, regionale und industriebezogene Agenden zusammenzustellen.

  • Der Report

    Der „Outlook on the Global Agenda 2015” ist ein jährlich erscheinender Bericht, der die größten Herausforderungen auflistet. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter fast 1800 Experten des zum Forum gehörigen Netzwerks der Global Agenda Councils sowie anderer Gemeinschaften innerhalb des Weltwirtschaftsforums, darüber, was ihrer Ansicht nach Führungspersonen in den nächsten 12-18 Monaten beschäftigen wird.

  • Die zehn größten Herausforderungen

    Der Report hat diese zehn Punkten herausgearbeitet: 1. Zunehmende Ungleichheit in Einkommensverteilung; 2. Beständiger Anstieg der Arbeitslosenzahlen; 3. Mangel an Führung; 4. Zunehmender geostrategischer Wettbewerb; 5. Schwächung repräsentativer Demokratie; 6. Zunehmende Umweltverschmutzung in den Entwicklungsländern; 7. Vermehrtes Auftreten von Unwettern; 8. Zunehmender Nationalismus; 9. Zunahme von Wasserknappheit; 10. Zunehmende Bedeutung von Gesundheit in der Wirtschaft.

Für den Report wurden weltweit 1800 Experten befragt. 71 Prozent der Befragten in Europa halten die Arbeitslosigkeit für ein „sehr großes Problem“. Nur vier Prozent sehen nur ein kleines bzw. gar kein Problem in der hohen Zahl der Jobsuchenden. Ähnliche Zahlen gibt es für Südamerika, Asien und Afrika. Am optimistischen sind noch die Nordamerikaner. Aber auch hier hält jeder zweite die Lage für ernst.

Globale Arbeitslosigkeit bis 2018. (Quelle: Outlook on the Global Agenda des Weltwirtschaftsforums.)

Globale Arbeitslosigkeit bis 2018. (Quelle: Outlook on the Global Agenda des Weltwirtschaftsforums.)

An einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmendaten glauben nur die wenigsten Fachleute. In Europa geht die Mehrheit davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in den nächsten zwölf Monaten nicht verändern wird. Die Konjunktur werde weiter lahmen, so dass Urteil von 37 Prozent der Befragte. Nur zwei Prozent glaube, dass sich die wirtschaftliche Lage deutlich verbessern werde.

So ist es nicht überraschend, dass das Weltwirtschaftsforum davon ausgeht, dass die Zahl der Arbeitslosen auf der Welt bis 2018 bis auf rund 215 Millionen Menschen ansteigt. Das wäre eine Arbeitslosenquote von rund sechs Prozent. Was sich moderat anhört, in Südeuropa liegt die Quote vielerorts bei über zehn Prozent, ist ein großes Problem und wahrlich eine globale Herausforderung.

Hier geht es zu dem kompletten Bericht.

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